Warndienst Nr. 14-2022

Sehr geehrte Damen und Herren! 

Die ersten Herbstzeitlosen recken ihre Blütenköpfe in den Himmel. Die Jungschwalben proben schon den Schwarmflug für den Abschied im September. Alle Zeichen deuten auf das Ende des Sommers 2022 hin. Die Getreideernte ist im Zollernalbkreis abgeschlossen. Die ersten Maisbestände werden wohl Ende dieser Woche gehäckselt werden.  Das Grünland ist zu Braunland geworden.

Stoppelbearbeitung: 

Die Stoppelbearbeitung hätte sofort nach der Ernte erfolgen sollen um die Restfeuchte des Bodens für den Auflauf des Ausfallgetreides zu nutzen und die Kapillare zu unterbrechen. Die geringen Niederschlagsmengen die gefallen sind können durch einen bearbeiteten Boden mit einer größeren Oberfläche viel besser aufgenommen und gespeichert werden.  Die Tiefenführung der Bearbeitungswerkzeuge sollte ganzflächig bei etwa 5 cm sein. Keine Streifen unbearbeitet lassen! Genaues Arbeiten wirkt sich hier auf die nachfolgende Kultur aus. Keine tiefe Bearbeitung, damit keine großen Gluten (Bollen) aus dem Boden herausgerissen werden. Die Trockenrisse im Boden haben auch verdichtete Stellen aufgebrochen und Luft nach unten gebracht. Zum Teil sind die Böden nach der Ernte so ausgetrocknet, dass die Bearbeitungswerkzeuge nicht in die vertrocknete Erde eindringen können. Oft ist eine Bearbeitung schräg zu den Fahrgassen dann möglich. Einfach ausprobieren!     

Raps:  

Die Bodenbearbeitung für die Winterrapssaat sollte erfolgt sein. Schwierig wird die Entscheidung der Saat. Dort wo immer wieder Niederschläge gefallen sind kann durchaus die Aussaat in den nächsten Tagen erfolgen. Bei staubtrockenen Böden bringt eine Aussaat in die trockene Erde keine befriedigenden Auflaufergebnisse. Sorten für die Winterrapsaussaat sind unter:  https://ltz.landwirtschaft-bw.de/pb/site/pbs-bw-mlr/get/documents_E-1139247906/MLR.LEL/PB5Documents/ltz_ka/Arbeitsfelder/Pflanzenbau/Sorten/Winterraps_DL/Sorteninfo%20Winterraps%202022%20A4.pdf abrufbar. Zwischenzeitlich sind insektizide Beizen wie Lumiposa gegen die kleine Kohlfliege, die bei uns aber keine Rolle spielt, wieder zugelassen. Mit Buteo Start ist eine insektizide Beize im Handel, die noch keine nationale Zulassung besitzt. Import - Saatgut mit dieser Beizung  kann jedoch ausgesät werden und bietet einen Fraßschutz gegen die Erdflöhe. Den Schnecken ist es zu trocken und zu heiß. Diese warten tief unten in den aufgebrochenen Trockenrissen auf kühlere und feuchtere Bedingungen. Die Schneckenkontrolle muss nach der Saat durch das Auslegen von Brettern oder Folien immer stattfinden um einen Befall rechtzeitig zu erkennen und danach zu handeln.   Überraschungen vorzubeugen. 

Der Herbizideinsatz im Raps wird maßgeblich durch die Witterung nach der Saat bestimmt. Hält die trockene Witterung weiterhin an, so werden Nachauflaufbehandlungen im September die Alternative sein.    

Stroh:  

Die Strohdüngung ist in Zeiten hoher Düngerpreise eine Maßnahme um vor allem Kalidünger einzusparen. Kali ist hauptsächlich im Getreidehalm fixiert. Verbleibt das Stroh auf dem Feld, bleibt auch das Kali auf der Fläche. Ein „Strohwertrechner“  ist unter nachfolgendem Link eingestellt:

https://llh.hessen.de/unternehmen/unternehmensfuehrung/analyse-strategie-und-finanzen/hinweise-zu-getreidestroh-und-naehrstoffwert/

Getreidelager: 

Das gedroschenen Getreide ist heiß in die Lager gekommen. Sofortiges Belüften oder Kühlen ist gefordert um der Kondenswasser-Bildung entgegen zu wirken.  Für eine wirkungsvolle Belüftung soll die Außenluft mindestens 5 Grad kühler sein als das Getreide im Lager selbst. Bei Nachttemperaturen <15 °C und einer Luftfeuchtigkeit < 60 % ist eine Belüftung sehr effektiv. Die Temperatur im Getreidelager ist täglich zu kontrollieren.

Kalkung: Die Kalkversorgung eines Ackers beeinflusst nachhaltig die Bodenstruktur. Mit einer guten Bodenstruktur wird die Nährstoffaufnahme und vor allem die Wasserinfitration und –speicherung optimiert.  Die an den Standort angepasste Kalkversorgung kann die Bodenstruktur und die Wasserverfügbarkeit der Pflanzen positiv beeinflusst werden. Vor allem bei tonreichen Böden mit einer schwachen Humusversorgung ist ein guter Kalkzustand notwendig. Die Grundbodenuntersuchung gibt Aufschluss über den ph-Wert  des Bodens und damit über die Notwendigkeit einer Kalkung. Im Zollernalbkreis gibt es Gebiete die hohe Magnesiumgehalte in den Böden haben. Auf diesen Flächen keine Magnesiumkalke einsetzen. Böden die eine gute Kalkversorgung und somit in der Regel auch eine gute Bodenstruktur haben sind wesentlich leichter zu bearbeiten und sparen somit Kraftstoff ein. 

 

Bleiben Sie gesund!

Luise Lohrmann   

 

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