Warndienst Nr. 15-2022

Sehr geehrte Damen und Herren! 

Gibt es eine gerechte Verteilung von Niederschlägen? NEIN! Sehr unterschiedlich fällt immer wieder Regen in der Region. Trotz Wettervorhersagen mit Satellitenbildern kann niemand mit Sicherheit sagen wo es in den nächsten Tagen/Stunden nass wird. Notreifer Silomais wurde schon zum Teil gehäckselt. 

Mais – Stoppelbearbeitung - Maiszünslerbekämfpung: 

Die Maizünslerbekämpfung beginnt nach dem Häcksler auf dem Feld. Die Maisstoppel muss so aufgerissen werden, dass die Stängel-Internodien keinen Lebensraum mehr für die Maiszünslerlarven bieten. Mit verschiedenen Geräten wie der Messerwalze, Mulchgerät oder der neu auf dem Markt verfügbaren Kettenscheibenegge ist dies zu bewerkstelligen. Für eine erfolgreiche Reduzierung des Maiszünslervorkommens müssen alle Maisschläge so behandelt werden. Dies ist eine Maßnahme aus dem integrierten Pflanzenschutz, die es umzusetzen gilt. 

Raps:  

In den nächsten Tagen sollte der Winterraps in den Boden. Die Anbauflächen werden im Zollernalbkreis leicht ausgedehnt werden. Der Raps hat als Blattfrucht einen besonderen Fruchtfolgewert und lockert somit getreidelastige Fruchtfolgen auf. Nach der Ernte hinterlässt er eine gute Bodenstruktur, einen hohen Nährstoffvorrat für die nachfolgende Getreidekultur. Zudem macht er ein Resistenzmanagement gegen den Ackerfuchsschwanz durch den Einsatz von Propyzamid, Carbetamid  (Kerb Flo, Crawler u.a.) möglich und minimiert den Einsatz der Bodenbearbeitung für die nachfolgende Kultur. Die Arbeitsspitzen werden entzerrt und er ist eine weltweit handelbare Marktfrucht im Bereich der pflanzlichen Öle für Lebens - Futtermittel und im technischen Bereich. Der Rapsanbau ist sehr arbeitsintensiv, erfordert gute Kenntnisse über die Bestandesführung und beansprucht eine hohe finanzielle Vorleistung. Die Bereitschaft muss gegeben sein sich um den Raps zu kümmern, dazu zählen: Schneckenkontrolle, Insektenkontrolle durch Gelbschalen, dementsprechend Behandlungsschwellen einhalten und das Wissen um den Einsatz von Herbiziden und Fungiziden für einen hohen Wirkungsgrad der eingesetzten Pflanzenschutz-Wirkstoffe. 

Eine Herbizidbehandlung gilt als Absicherung für den Rapsanbau. Ein Besatz mit Klettenlabkraut, Kamille und/oder  Ausfallgetreide kann den Ertrag und die Qualität empfindlich negativ beeinflussen. Hirtentäschel. Hellerkraut, Stiefmütterchen und Raukearten können bei massiven Auftreten die Etablierung des Rapses erheblich behindern. Entscheidend für den Einsatz der Herbizide ist die Witterung. Für den Vor– oder frühen Nachauflauf ist ein feuchter Boden und ein feines, rückverfestigtes Saatbeet die Grundvoraussetzung für hohe Wirkungsgrade. Die Wirkstoffe aus diesen Herbiziden (Butisan Gold, Butisan Kombi, Colzor Uno Flex Fuego, Fuego Top, Gajus, Quantum, Tanaris erzeugen einen Herbizidfilm in der obersten Bodenschicht und verhindern damit ein Auflaufen der Unkräuter. Der Einsatz von Vorauflaufherbiziden muss innerhalb von 3 Tagen nach der Saat erfolgen. Idealerweise fällt vor oder nach dem Einsatz Regen. Die Behandlung sollte in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend stattfinden um den Wirkstoff in der Fläche zu halten.  Clomazone-Produkte wie Granit 36 AMT u.a. oder Tribeca SyncTec haben besondere Anwendungsauflagen die bei einem Einsatz zu beachten sind. Bei weiterhin sehr trockenen Verhältnissen ist von einem Einsatz clomazonehaltiger Produkte eher abzuraten. Blattaktive Wirkstoffe hingegen benötigen ausreichend Blattmasse und sonniges, wüchsiges Wetter um gut wirken zu können. Herbizide für den Nachauflauf wie Belkar, Belkar Power Pack, Effigo, Fox, Korvetto,Lontrel 600 oder 720 SG, Runway, und/ oder andere sind bei einer  eher trockenen Witterung einzusetzen. Bei Verunkrautungen mit Klatschmohn ist eine Kombination von Butisan Gold und Stomp Aqua sinnvoll. Informationen im Pflanzenproduktionsheft ab Seite 82.

Getreidelager: 

Der Getreidestock muss täglich auf die Temperatur kontrolliert werden. Das Erntegut ist erst stabil und vor Schädlingsbefall geschützt wenn die Temperatur dauerhaft unter 10°C ist. Weiterhin belüften oder kühlen, damit die Stocktemperatur abgesenkt wird. Bei einem Anstieg der Temperatur ist in der Regel ein Schädlingsbefall die Ursache. Sofort muss das Getreide umgelagert oder die Belüftung/Kühlung intensiviert werden. 

Veranstaltungshinweis: 

Mechanische Maiszünslerbekämpfung durch Stoppelbearbeitung - Vorstellung der Kettenscheibenegge im Vergleich zu Messerwalze und Mulchgerät zur Maiszünslerbekämpfung auf dem Demobetrieb Christoph Wachendorfer in     Täbingen am Dienstag, 06.09.2022 um 18.30 Uhr. Treffpunkt ist die Maschinenhalle von Christoph Wachendorfer am Ortsausgang Täbingen auf der linken Seite.  

 

Bleiben Sie gesund!

Luise Lohrmann   

 

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