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Warndienst Nr. 08-2020

Datum: 28.04.2020





Sehr geehrte Damen und Herren!

Ein paar Regentropfen haben heute Morgen die Luft gereinigt und den Staub gebunden. Es soll in den nächsten Tagen noch mehr Niederschlag fallen. Somit entspannt sich die Situation vorerst. Für die restliche Woche sind weiterhin örtliche Schauer angesagt.

Sommergetreide: Schneeweiss haben sich die Sommergetreidefelder nach den starken Frostnächten präsentiert. Die jungen Keimblätter der Getreidepflanzen waren erfroren. Nur wenige Tage danach präsentieren sich die Saaten sichtlich ergrünt wieder. Der Herbizideinsatz kann jetzt in den nächsten Tagen, wenn nicht schon geschehen, vorgenommen werden. Der Niederschlag ist Balsam für die jungen Pflanzen.

Wintergetreide: Viele Wintergetreidebestände zeigen braune und weiße Blattspitzen, aber auch die Nekrosen auf den Blättern. Das sind Reaktionen der Pflanzen auf die sehr großen Temperaturschwankungen und die Frostnächte. Zum Teil waren auch Nährstoffe wie Mangan im Mangel. Vor allem auf schweren Böden mit einem hohen pH-Wert waren unregelmäßige Aufhellungen im Bestand zu erkennen. In diesen Teilabschnitten des Schlages sind in der Regel die älteren Blätter aufgehellt und haben die Nährstoffe, hauptsächlich Mangan, in die jüngeren Blätter umgelagert.

Noch ein Hinweis für die Fungizidbehandlung: Der Wirkstoff Epoxiconazol ist ab dem 30.04.2020 nicht mehr zugelassen. Der Handel darf die Produkte wie z.Bsp. Adexar, Ceriax, Eleando, EPOXION, Juwel, Osiris, SEGURIS und viele mehr, noch bis zum 31.10.2020 verkaufen. Für diese Saison kann der Wirkstoff noch legal erworben und eingesetzt werden. Die Aufbrauchfrist für die Landwirte ist bis 31.10.2021 festgesetzt. Bis dahin sollten die Mittel aufgebraucht sein, ansonsten müssen diese entsorgt werden.

In den unteren Lagen ist die Wintergerste in ES 49, im Grannenspitzen. Eine Einmalbehandlung kann zu Ertrags- und Qualitätsabsicherung in den nächsten Tagen erfolgen. Eine strahlungsintensive Witterung, so wie sie die vergangenen Tage war, begünstigt das Hauptproblem in der Wintergerste, die Ramularia. Dazu sind Chlorthalonil-haltige Produkte wie Amistar Opti und andere bis ES 59, Ende Ährenschieben zugelassen. Der Wirkstoff Chlorthalonil darf noch bis zum 30.04.2020 verkauft werden und muss bis zum 20.05. aufgebraucht sein. Mischungen mit Aviator Xpro, Elatus Era, Seguris oder anderen Mitteln sind möglich.

Soja: Für die Aussaat von Soja sind die Bodentemperaturen von > 10 Grad in der Regel Ende April bis Anfang Mai erreicht. Für den Zollernalkreis sind Sorten der Reifegruppe OOO (sehr früh) geeignet. Der Sojaanbau kann in den unteren Lagen stattfinden. Im Pflanzenproduktionsheft Seite 65 sind die Sorten aufgeführt. Das Sojasaatgut sollte mit Knöllchenbakterien der Art Bradyrhizobium japonicum geimpft sein, weil diese nicht von Natur aus in unseren Böden vorkommen. Das Saatgut sollte direkt vor der Saat geimpft werden. Die Impfpräparate sind zum Teil im Verbund mit dem Saatgut erhältlich. Hinweise gibt es auch unter https://www.sojafoerderring.de. Bei OOO-Sorten ist eine Aussaatmenge von 70 keimfähiger Körner/m² anzustreben. Die Saattiefe muss bei einem Einsatz von Bodenherbiziden 5 cm betragen. Die Saat kann mit einer üblichen Sämaschine erfolgen. Der Saatkasten muss sauber sein. Eventuell anhaftende Beizreste der vorhergehenden Sommergetreidesaat müssen entfernt werden, da diese die Knöllchenbakterien schädigen können. Die Grunddüngung bei einer Ertragserwartung von 30 dt/ha sollte mit Phosphat und Kali, jeweils etwa 50 kg/ha vor der Saat aufgebracht werden. Keine Stickstoffstartgabe, weil dadurch die Entwicklung der Knöllchenbakterien behindert wird. Eine Anwendung im Vorauflauf bis 3 Tage nach der Saat hat sich bei feuchten Bodenverhältnissen bewährt. Mit Spectrum in der Kombination mit Stomp Aqua können die Sojabohnen in der Jugendphase vor Unkrautkonkurrenz geschützt werden. Es ist keine chemische Bekämpfung von Disteln und Ackerwinde in Soja möglich! Ein Blindstriegeln ist hier einige Tage nach der Saat auch gut zu realisieren, wenn die Unkräuter sich in der Keimphase befinden.

Bleiben Sie gesund!

Luise Lohrmann

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