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Warndienst Nr. 09-2020

Datum: 12.05.2020

Sehr geehrte Damen und Herren!

Es hat endlich ergiebig geregnet. Kalte Polarluft strömt derzeit zu uns, pünktlich zum Auftakt für die Eisheiligen, die in Süddeutschland mit Pankreatius, Servatius, Bonifatius und am 15. 05 Sophia oder auch die Kalte Sophie genannt, im Kalender eingetragen sind. Mit dem 16. Mai ist der Heilige Nepomuk im Süddeutschen, der „duet au no an Dugg“ der letzte Eislheilige im Bunde. Einiges an Grünland ist im Zollernalbkreis, vor allem in den unteren Lagen schon im Silo. Die Bestände sind phänologisch alt, der Löwenzahn schon längst verblüht. Auf trockenen, flachgründigen Standorten hat der Wassermangel und die starke Sonneneinstrahlung die Gräser weggebrannt, das Grünland war zum „Braunland“ geworden.

Winterraps: Der Raps hat bisher die größten „Leiden ertragen müssen“. Die ersten Blüten waren durch den Frost im April stark geschädigt und nicht mehr fruchtbar. Auf diese kalten Nächte folgten dann heiße und trockene Tagen die zum Teil die Rapspflanzen zum Schotenabwurf bewegten, weil zu wenig Wasser vorhanden war. Es bleibt zu hoffen, dass der Winterraps den aktuellen Niederschlag noch gut in Ertrag umsetzen kann.

Wintergetreide: In der Regel ist die Abschlussbehandlung/Einmalbehandlung in der Wintergerste in den unteren Lagen abgeschlossen.

Die Winterweizen- und Dinkelbestände sind sehr unterschiedlich in ihrer Entwicklung. Bisher gab es jedoch nur geringfügig Infektionen mit Septoria tritici die in der Regel auf den unteren Blättern aus dem Herbst und Winter mitgeschleppt wurden. Das wechselhafte Wetter für die kommenden Tage wird vor allem die Septoria tritici und DTR in Weizen und Dinkel begünstigen.

Immer wieder auffällig sind Distelplatten, die in diesem trockenen Frühjahr durch ihre Pfahlwurzeln immer noch an Wasser gekommen sind und somit eine prächtige Entwicklung erfahren haben. In Wintergetreide kann bis ES 39 (Fahnenblatt ist voll entwickelt, Blatthäutchen sichtbar) mit Wuchsstoffen oder Ariane C, Pointer Plus, Primus und andere gegen die Distel vorgegangen werden. In der Regel sind die Disteln nur begrenzt in den Beständen zu finden und somit kann auch der Herbizideinsatz auf diesen Punkten stattfinden. Der Weizen und der Dinkel haben sich nach dem Regen erholt. Somit kann das Getreide jetzt eingekürzt werden, wenn es nötig ist. In Maisfruchtfolgen besteht für den Weizen immer das Risiko einer Infektion mit Fusarium. Die Bodenbearbeitung, die Sorte, die Witterung zur Blüte und die Stellung des Weizens innerhalb der Fruchtfolge bilden die Parameter für eine Infektionswahrscheinlichkeit. In der Regel ist in Maisfruchtfolgen eine frühe, erste Fungizidbehandlung in ES 37(Erscheinen des letzten Blattes) bis 39 zur Absicherung eines gesunden Fahnenblattes sinnvoll. In der Blüte des Weizens kommt dann die Spritzung gegen Fusarieninfektionen, wenn die Witterung feucht und nass ist. Sollte es weiterhin in der Tendenz trocken bleiben, so ist die Fahnenblattbehandlung als Grundsicherung für den Ertrag und die Qualität gesetzt. Auf Manganmangelstandorten kann Mangan zur Spritzbrühe zugesetzt werden. Die Einmalbehandlung des Weizens in Fruchtfolgen ohne Mais wie z. Bsp. mit Leguminosen und/oder Raps ist in der Regel die ökonomisch beste Variante. Dazu sollte das Fahnenblatt voll entfaltet sein, ES 39. In den unteren Lagen wird dies Ende dieser mit Beginn der nächsten Woche soweit sein. Für eine Einmalbehandlung stehen Adexar, Ascra Xpro, Aviator Xpro, Ceriax, Elatus Era, Elatus Plus, Gigant + Zakeo Opti, Input Xpro, Librax, Revytrex, Skyway Xpro und andere zur Verfügung. Bitte beachten sie die Aufbrauchfrist bis zum 20.05.2020 von Amistar Opti und Zakeo Opti. Für eine Einmalbehandlung die volle Aufwandmenge einsetzen um einer Resistenzbildung vorzubeugen. Weiterhin müssen bei Mehrfachbehandlungen die Strobilurin- und Carboxamid-haltigen Präparate auf eine Anwendung beschränkt bleiben und innerhalb der Azole sollte ein Wirkstoffwechsel stattfinden.

Kontrollieren Sie die Bestände auf Gelbrostinfektionen um gegebenenfalls vorzeitig mit Capalo, Eleano oder Pronto Plus handeln zu können. Bei geringem Druck sind auch Ampera, Folicur Kantik Orius oder Epoxion möglich.

Sommergetreide:

Vermehrt wurden in diesem Frühjahr Drahtwurmschäden nach der Einsaat von Sommergetreide auf Flächen die mit Blühmischungen oder Kleegras bestellt waren gemeldet. Leider gibt es derzeit keine Möglichkeit eine insektizide Beizung im Getreide einzusetzen um den gierigen Fraß der Getreideschnellkäferlarven (Drahtwurm) einzudämmen. Die trockene Witterung der vergangenen Tage hat die Getreidepflanzen zusätzlich geschwächt. Eine Wurzelneubildung war nicht möglich und der Schaden durch den Drahtwurmfraß umso größer.

Bleiben Sie gesund!

Luise Lohrmann

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