Warndienst Nr. 02-2021

Sehr geehrte Damen und Herren!
Das vergangene Wochenende hat nicht nur die Menschen aus den Häusern getrieben sondern auch die Insekten!
Winterraps:
Die frisch gefüllten, aufgestellten Gelbschalen vom vergangenen Freitag wurden alle von Rapsstängelschädlingen und anderen befolgen. Sogar in den Hochlagen wurden die Bekämpfungsrichtwerte in den amtlich aufgestellten Schalen überschritten. Der Gefleckte Kohltriebrüssler war mit über 250 Exemplaren in Raum Haigerloch- Gruol und mit über 40 Exemplaren in den Hochlagen ( Ringingen) zu finden. Rapsglanzkäfer wurden in den unteren Lagen und in den Hochlagen mit gefangen. Bei gleichzeitigem Auftreten von Stängelrüsslern und Rapsglanzkäfern ist ein Insektizid der Pyrethroid Klasse 1 wie Trebon 30 EC einzusetzen. Pyrethroide der Klasse 2 wie Karate Zeon, Bulldock, Decis, Sumicidin u.a. wirken gegen die Rapsglanzkäfer nicht mehr auch sind erste Resistenzbildungen dieser Pyrethroide gegen die Stängelschädlinge bekannt. Die Rapsglanzkäfer sind gegen Pyrethroide der Klasse 2 bei uns im Zollernalbkreis resistent. Das belegen Untersuchungen aus den vorhergehenden Jahren. Das Ziel muss eine Einmalbehandlung gegen die Stängelschädlinge und die zugeflogenen Rapsglanzkäfer im Winterraps sein. Aus diesem Grunde ist der Einsatz von Trebon 30 EC zu empfehlen. Siehe Pflanzenproduktionsheft Seite 86. Der Einsatz sollte Mitte bis Ende dies er Woche erfolgen, kurz vor der Eiablage des Gefleckten Kohltriebrüsslers.
Der unnötige Einsatz von Insektiziden ist zu unterlassen. Nur nach Überschreitung der Bekämpfungsrichtwerte ist eine Behandlung wirtschaftlich begründet. Keine Mischungen ausbringen, vor allem mit Additiven, die nicht auf eine Bienengefährdung überprüft wurden. Die Wirksamkeit eines Insektizids und die Einstufung der Bienengefährdung wird durch eine Mischung verändert. Bei der Ausbringung darf die Tagestemperatur nicht über 25°C liegen und die Wasseraufwandmenge sollte bei 300 l/ha sein. Die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln bei Windgeschwindigkeiten größer 5 m/s ist verboten. Die Morgen- und Abendstunden sind in der Regel windstill und für eine Ausbringung besser geeignet als die sonnigen Mittags- und Nachmittagsstunden.
Die Bestände auf Restverunkrautung kontrollieren. Gegen Klettenlabkraut und Kamille kann im Frühjahr noch eine Anwendung mit Korvetto gefahren werden.
Winterkulturen:
Düngung:
Die erste Düngergabe kann in Winterraps und Wintergetreide erfolgen. Zur ersten Gabe einen schwefelhaltigen Dünger streuen. Je nach Ertragserwartung liegen in Getreide die Schwefelbedarfe bei 10 bis 20 kg/ha und für Winterraps wird pro dt Ertragserwartung ein Kilogramm Schwefel an Bedarf angenommen. Dasselbe gilt für Ackerfutter und Grünland. Die Schwefelverfügbarkeit ist elementar für die Eiweißbildung in der Futterpflanze. Vor allem Leguminosen haben einen erhöhten Bedarf. Bei einem Grünlandertrag von 60dt/ha sind rechnerisch 18 kg/ha Schwefel erforderlich um das Ertragspotential auszuschöpfen.
Pflanzenschutz:
Die Bestände sind auf Restverunkrautung zu kontrollieren. Ist noch eine Behandlung mit einem Herbizid notwendig sollte diese vor der Gülleausbringung stattfinden. Verschmutzte Blätter durch Gärrest oder Gülle können Wirkstoffe nicht mehr genügend aufnehmen.

Bleiben Sie gesund!

Luise Lohrmann



 

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