Warndienst Nr. 12-2021

Sehr geehrte Damen und Herren!
Paradiesische Zustände herrschten in den vergangenen Wochen für die Schnecken und auch für Pilze. Endlich ist jetzt Erntewetter. Die letzten Wiesen können geheut werden. Hoffen wir auf ein paar beständige Tage!
Bodenbearbeitung nach der Ernte:
Nach der Rapsernte keine Bearbeitung der Flächen. Die ausgefallene Rapssaat läuft in der Regel schnell auf, vor allem liefern die Bodenkapillare genügend Wasser nach, damit schnell eine Keimung stattfinden kann. Grundsätzlich sollte in diesem nassen Jahr auch die Getreidestoppel zuerst einmal liegen bleiben. Schnell werden die Flächen wieder grün werden und erst dann ist eine flache Bearbeitung mit einer Scheibenegge oder Leichtgrubber zu empfehlen. Auf Flächen wo das Stroh auf dem Acker bleibt ist das gleichmäßig verteilte Stroh flach einzuarbeiten. Auch hier bietet sich eine Scheibenegge oder Leichtgrubber an.
Winterrapssaat:
Nach der Vorfrucht, in der Regel ist das die Wintergerste oder aber auch Ackerfutter oder Begrünungsflächen, ist eine bodenschonende und exakte Bearbeitung, egal ob dies mit dem Pflug oder dem Grubber durchgeführt wird, notwendig um einen gleichmäßigen Feldaufgang zu gewährleisten. Die Tiefenführung der Geräte muss gleichmäßig sein. Bei zu feuchten Bodenverhältnissen keine Bearbeitung durchführen. Schmierschichten im Bearbeitungshorizont verhindern eine gute Wurzelausbildung. Es kommt zur „Beinigkeit“ der Rapswurzel und damit auch zu einem eingeschränkten Wachstum der Pflanze. Die Saat sollte in der letzten Augustwoche in den Boden kommen. In den unteren Lagen kann bis in die erste Septemberwoche die Saat vorgenommen werden. Die Saatstärke richtet sich nach dem Saatzeitpunkt. Bei einem „normalen“ Saattermin Ende August ist bei Hybriden mit einer Saatstärke von 40 Körner/m² auszugehen. Bei späteren Saatterminen erhöht sich die Saatmenge jeweils um 10 Körner/m² und Woche. Die Rapssaat wird in Einheiten von 1,5 Mio für Hybridsaatgut und 2 Mio für Liniensaatgut verkauft. Zum Abdrehen sind die Gewichtsangaben auf dem Sack zu berücksichtigen.
Den aktuellen Sortenratgeber zur Rapsaussaat finden sie unter:
https://ltz.landwirtschaft-bw.de/pb/MLR.LTZ,Lde/Startseite/Arbeitsfelder/Sorteninformation
Der Einsatz von Herbiziden erfolgt in der Regel im Vorauflauf oder im Keimblattstadium der Rapspflanzen. Mit Butisan Gold 2,5 l/ha, Butisan Kombi 2,5 l/ha oder Fuego Top 1,5 l/ha stehen für eine Vorauflauf oder Keimblattbehandlung breit wirksame Herbizide gegen eine Mischverunkrautung zur Verfügung. Metazachlor ist der Hauptwirkstoff in Butisan Gold, Butisan Top und Fuego und ist häufig in Oberflächengewässern zu finden. In Wasserschuztgebieten oder auf sensiblen Standorten ist deshalb auf die Spritzfolge Quantum 2 l/ha oder Tanaris 1,5 l/ha im Vorauflauf zu setzen. Die Spritzfolge mit Belkar 0,25 l/ha + ‚Synero 30SL 0,25 l/ha im 2 – 4 Blattstadium und nach 14 Tagen nochmals 0,25 l/ha Belkar ist eine alternative zu Metazachlor Spritzungen. Die clomazonahaltigen Produkte wie Centium 36 CS oder Gamit 36 AMT verlieren durch die hohen Anwenderauflagen ihre Bedeutung. Hinweise zur Saatgutbehandlung, Sorten und zum Herbizideinsatz sind im Pflanzenproduktionsheft ab Seite 80 zu finden.
Die Schnecken haben sich gut vermehren können. Vorbeugend kann eine frühzeitige Bodenbearbeitung des Schlages kombiniert mit einer Rückverfestigung des Saatbeets einem Schneckenbefall entgegenwirken. Auch Walzen nach der Saat kann gezielt den Schneckenbefall dezimieren. Diese ackerbaulichen Maßnahmen sind natürlich bei feuchten Bodenverhältnissen äußerst schwierig im Einsatz. Es gilt die Abwägung vor Ort, was ackerbaulich sinnvoll ist. Der Schneckenbesatz muss auf jeden Fall mit dem Auslegen von Bretten, speziellen Schneckenfolien, feuchten Jutesäcken oder durch das registrieren von Schleimspuren kontrolliert werden. Die Wirkstoffe Eisen-lll-phosphat und Metaldehyd sind zur Nacktschneckenbekämpfung zugelassen. Eine Auswahl ist im Pflanzenproduktionsheft auf Seite 20 zu finden. Bitte beachten sie die unterschiedlichen Aufwandmengen und Anwendungshäufigkeiten der einzelnen Präparate.
Stoppelbehandlung:
Wurzelunkräuter wie Winden können mit Kyleo oder Starane XL nach dem Wiederaustrieb der Pflanzen behandelt werden. Für Kyleo gilt: Kein nachfolgender Winterrapsanbau, die Fläche sollte mindestens 2 Wochen ruhen um das Herbizid wirken zu lassen.

Gutes Erntewetter wünsche ich ALLEN!
Luise Lohrmann



 

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