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Warndienst Nr.14-2019

Datum: 19.09.2019

Sehr geehrte Damen und Herren!

Das erste Eis auf der Windschutzscheibe heute Morgen. Der Herbst nimmt die Natur ein. Die sommerliche Wärme des vergangenen Wochenendes hat jedenfalls sehr gut getan. Es waren ideale Bedingungen um die Heuwiesen zu öhmden.

Ackerfuchsschwanzbekämpfung:

Vor allem auf unseren tonigen Standorten im Zollernalbkreis fühlt sich der Ackerfuchsschwanz sehr wohl. Weiterhin kommen ihm winterbetonte Fruchtfolgen und die nitratbetonte Stickstoffdüngung entgegen. Für die Bekämpfung diese Ungrases reicht der Einsatz eines Gräserherbizides schon lange nicht mehr aus. Der Fuchsschwanz hat gegen unterschiedliche Herbizide Wirkstoffe Resistenzen ausgebildet und sichert sich somit das Überleben seiner Art. Dagegen kann nur eine pflanzenbauliche Strategie helfen ihm den Garaus zu machen. Ein Wechsel von Sommer- und Winterkulturen innerhalb der Fruchtfolge müssen gegeben sein. Weiterhin kann die Einsaat mit Klee und stetiges Abmähen auf Äckern mit schwer bekämpfbarem Ackerfuchsschwanz die Population verringern. Der Winterraps bietet durch den Einsatz von Propyzamid-haltigen Pflanzenschutzmitteln wie Kerb Flo oder Cohort eine Chance entgegenzuwirken.

Die Scheinsaat ist ein weiteres pflanzenbauliches Instrument die Ackerfuchsschwanzsamen zum Keimen zu bringen. Jetzt flach die Böden mit einer Scheibenegge oder einem Flachgrubber wie zur Herbstsaat vorbereiten. Kleinere Niederschlagsmengen würden schon zum Keimen ausreichen. Keimt der Fuchsschwanz dann kann mit einer flachen Bearbeitung, eventuell auch mit einem Strigel, die erste Welle beseitigt werden. Die Bearbeitungstiefe sollte sich am Saathorizont der nachfolgenden Getreideart orientieren. Die Bestockung der Fuchsschwanzpflanzen muss vermieden werden. Diese stabilen Einzeltypen sind in der Regel mechanisch nicht mehr zu bekämpfen und müssen dann mit einem Totalherbizid vor der Saat ausgeschaltet werden, damit sie nicht weiterwachsen. Mit der Einsaat von Wintergerste, Triticale, Dinkel oder Weizen findet nochmals eine Bearbeitung statt, die keimende oder sehr kleine Fuchsschwanzpflanzen beseitigt. Eine spätere Saat, bei Wintergeste und Triticale Ende September bis Anfang Oktober und für Winterweizen und Dinkel Mitte bis Ende Oktober, wirkt dem Besatz mit Fuchsschwanz entgegen. Ein weiterer Nebeneffekt ist der geringere Befall mit Insekten in den Getreidekulturen.

Winterraps:

Die Ende August gesäten Bestände entwickeln sich aufgrund fehlender Niederschläge langsam und zum Teil recht ungleich. Dort wo ausreichend Wasser vorhanden war und ist, befindet sich der Winterraps im 4- bis 5-Blattstadium. Die Frage einer Wuchsregulierenden und Fungiziden-Behandlung als Versicherungsmaßnahme im Raps stellt sich in den nächsten Tagen. Der optimale Einsatzzeitpunkt ist im 6-Blattstadium der Pflanzen. Dies ist in der Regel Ende September bis Anfang Oktober erreicht. Versuchsergebnisse belegen, dass die Herbstbehandlung, vor allem bei Hybriden, die lohnenste Maßnahme ist. Mit den Mitteln Carax, Efilor, Folicur, Orius und Tilmor sind die Winterfestigkeit, Standfestigkeit und der fungizide Schutz gegen Wurzelhals- und Stängelfäule abgedeckt. Weiter Informationen sind im Pflanzenproduktionsheft auf Seite 27. Bisher sind in den Gelbschalen keine nennenswerten Rapserdflöhe gefunden worden. Derzeit kein Insektizid notwendig!

Sortenwahl zur Herbstaussaat:

Unter https://www.landwirtschaft-bw.info/pb/MLR.LTZ,Lde/Startseite/Arbeitsfelder/Sorteninformation sind die Ergebnisse der Landessortenversuche aus Baden-Württemberg eingestellt. Bitte achten sie bei der Auswahl der Beizmittel auf eine Wirkung gegen den Steinbrand (Tilletia caries) bei Weizen und Dinkel wie z.Bsp. durch Landor CT oder Vibrance Trio. Bei Wintergerste war in den vergangenen zwei Jahren öfter der Gerstenflugbrand zu beobachten. Dieser kann auch durch die Beizung kontrolliert werden. Allerdings muss das ganze Saatkorn durch die Beize umhüllt sein um eine gute fungizide Wirkung zu erreichen.

Silomaisernte:

Die Maisstoppeln müssen mit einer Messerwalze, einem Mulchgerät oder anderen Geräten aufgebrochen werden, damit die Maiszünslerlarve keine Chance hat den Winter zu überleben. Zudem verrottet die Maisstoppel schneller und die Gefahr einer Fusarieninfektion in der nachfolgenden Weizenkultur kann verringert werden. Eine Pflugfurche vor Winter dämmt den Maiszünslerflug im nächsten Jahr zudem ein.

Grünland:

Grünlandlächen die nicht mehr beerntet werden und einen ordentlichen Graswuchs aufweisen sollten in den nächsten Tagen abgemulcht oder abgemäht werden. Die Mäuse haben in einem abgemähten Bestand weniger Schuttz und die Greifvögel kommen besser an die Nahrung. Das Abmähen von nicht genutzten Wiesen jetzt im Herbst schränkt auch die Bildung von unterschiedlichsten Schadpilzen wie Mehltau oder Roste an den Gräsern ein.

Gutes Gelingen wünscht

Luise Lohrmann

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