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Warndienst Nr. 11-2019

Datum: 29.07.2019

Sehr geehrte Damen und Herren!

Die Ernte läuft im Zollernalbkreis, vor allem in den unteren Lagen. Vergangene Woche wurde „heiß“ gedroschen. Am Freitag sind die Erntearbeiten durch gebietsweise starke Gewitter und teilweise Hagel unterbrochen worden. Der niedergehende Regen war in der Menge sehr stark unterschiedlich. Der Mais hat jedoch überall seine zusammengerollten, spitzen Blätter wieder entfaltet und jeden Tropfen Regenwasser aufgenommen. Die Abkühlung tut der Natur und vor allem den Pflanzen sehr wohl.

Getreidelagerung:

Damit das eingelagerte Getreide im eigenen Betrieb seine Qualität als Lebens- und/oder Futtermittel behält muss es ein kühles und trockenes Lager haben. Die Getreidekörner sind vergangene Woche in der Regel trocken aber heiß in das Lager gekommen. Mit Messgeräten die die Feuchtigkeit und die Temperatur im Lager und ein Thermometer mit Hygrometer zur Ermittlung der Umgebungsluft sind wichtige Instrumente um die Qualität des Lagers zu kontrollieren. Die Temperatur im Lagerstock sollte bei einer Restfeuchte von >14 % auf unter 10°C gebracht werden, damit dieser auf längere Zeit stabil bleibt. Ein Vorreinigen des Lagergutes und eine gute Belüftung sowohl im Flachlager als auch im Silo, sind vorbeugende Maßnahmen um eine Kondenswasserbildung zu vermeiden. Der Befall mit Schadinsekten kann nur in gasdichten Silozellen oder Silokammern ohne jegliches Restgetreide ausgeschlossen werden. Ansonsten ist bei trocken eingelagertem Getreide die Absenkung der Temperatur auf unter 10°C anzustreben. In diesem Temeperaturbereich entwickeln sich keine Insekten wie Kornkäfer, Reiskäfer, Getreidekapuziener, Mehlmotte, Reismehlkäfer usw. Wärme, Feuchtigkeit und Staub können sich aber zu einem Mikroklima für die Insekten entwickeln. Die Temperaturkontrolle und das notieren der Temperatur muss deshalb regelmäßig stattfinden. Steigt die Temperatur im Lager an so liegt ein Befall durch Insekten, Milben oder Schimmelpilzen vor.

Das Getreide sollte vor der Einlagerung gewissenhaft gereinigt werden. Schüttkegel sind zu vermeiden, dies kann durch die Anbringung eines Prallblechs am Auslaufrohr erreicht werden. Das Getreide „schwitzt“ nach der Einlagerung. Die Feuchte muss baldmöglichst entzogen werden. Die Erstbelüftung muss stattfinden, wenn die Belüftungseinrichtung komplett bedeckt ist. Die Messung der Temperatur und der Feuchte muss bis in den Spätherbst hinein erfolgen. Die Belüftung im Herbst bei niederen Temperaturen und einer relativen Luftfeuchte von unter 65% muss erfolgen um den Lagerstock dauerhaft unter 10°C zu bekommen. Bitte keine wärmere Luft einblasen als im Lagerstock gemessen wird. Die Gefahr eines Pilz- und Käferbefalles steigt. Nach dem Belüften muss der Anschlussstutzen geschlossen werden um Schadnager fernzuhalten und ein Befeuchten durch Eigenthermik zu vermeiden.

Ein Kühlgerät kann schneller Getreide, Ölsaaten und Körnerleguminosen mit trockener, kalter Luft konservieren. Die Vorteile einer Getreidekühlung sind die schnelle Herstellung von stabilen Lagerverhältnissen und damit Schutz vor Schadinsekten und Schimmelpilzen. Die Verluste durch Atmung werden minimiert, die Keimfähigkeit, vor allem bei Saat- und Braugetreide und die Frische bleiben erhalten.

Bekämpfung von Wurzel- und Problemunkräutern nach der Ernte:

Die chemische Bekämpfung mit einem Totalherbizid von Problem- und Wurzelunkräuter wie Quecken, Schilf, Disteln, Landwasserknöterich und Ausfallraps ist nur erfolgreich wenn die Zielpflanzen genügend Blattmasse zur Wirkstoffaufnahme gebildet haben. Eine Einwirkungsperiode des Totalherbizides gegen die Wurzelunkräuter von mindestens 14 Tagen muss gewährleistet sein um eine gute Wirkung zu erzielen. Das Unterbrechen der „Grünen Brücke“ durch die Bekämpfung von Ausfallgetreide und Ausfallraps hat eine phytosanitäre Wirkung. Die Weiterverbreitung und Übertragung von Krankheitserregern wie Getreidevirosen, oder Kohlhernie beim Winterraps wird unterbrochen. Alternativ zur chemischen Bekämpfung kann mit mechanischen Bearbeitungsgängen die Verunkrautung reguliert werden. Bei Wurzelunkräutern sind mehrmalige Bearbeitungsgänge notwendig. Die ganzflächige Bearbeitung mit exakt arbeitenden Geräten die auch diagonal über den Acker eingesetzt werden erfordert einen umsichtigen und genau arbeitenden Schlepperfahrer. Der Erfolg einer mechanischen Bekämpfung hängt maßgeblich von der Witterung ab. Es sollte trocken sein. Bei nassen Bodenbedingungen wird das Gegenteil erreicht und zusätzlich die Bodenstruktur geschädigt.

Für das Anlegen eines „Scheinsaatbeets“ zur Bekämfpung von resistentem Ackerfuchsschwanz muss nach der Ernte die Stoppel flach bearbeitet werden. Es sollte so viel Niederschlag fallen um den Fuchsschwanz zum Keimen zu bringen. Ist der August und der September zu trocken wird der Fuchsschwanz erst auflaufen wenn Regen fällt. Somit ist eine späte Saat für die Reduzierung von vorhandenen Ackerfuchsschwanzsamen eine Grundvoraussetzung um diesem den „Garaus“ zu machen.

Gutes Gelingen wünscht

Luise Lohrmann

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