Warndienst Nr. 05-2021

Sehr geehrte Damen und Herren!


Die ersten Schwalben sind seit Ostern da und erkunden die Gegend. Der launische April hat seinen Charakter in diesem Jahr voll entfaltet. Sonne, Schnee, Regen, Frost in den ersten zwei Wochen. Jetzt tagsüber sonnig und die Nächte sind klar und kalt!. Die kalten Nächte bremsen das Längenwachstum der Pflanzen. Die generative Entwicklung der Kulturen schreitet jedoch voran. Die Löwenzahnblüte hat begonnen und dient auch als Nahrung für die Rapsglanzkäfer, nicht nur für die Bienen.


Winterraps:
In den aufgestellten Gelbschalen waren in den vergangenen Tagen vereinzelt Kohltriebrüssler gefangen worden. Die Schadschwelle wurde bei Weitem nicht überschritten. Keine zweite Behandlung gegen die Stängelschädlinge erforderlich! Die Rapspflanze geht in die Schossphase. Der Hauptrieb streckt sich und die Knospen werden sichtbar. In den unteren Lagen sind vereinzelt schon blühende Rapspflanzen zu finden. Der Besatz mit Rapsglanzkäfern kann durch das Abschütteln der Hauptknospe auf die Handfläche oder ein Papier/Pappe ermittelt werden. Von Mitte Knospenbildung ist der Bekämpfungsrichtwert für eine Behandlung gegen die Rapsglanzkäfer in schwachen Beständen bei 5 Käfer /Pflanze und in wüchsigen bei 10 Käfer /Pflanze. Die amtlichen Zählungen ergaben keine Überschreitung der Bekämpfungsrichtwerte oder Schadschwelle. Eine Spritzung gegen Rapsglanzkäfer ist bisher nicht notwendig. Beginnt der Raps zu blühen, schädigt der Rapsglanzkäfer nicht mehr. Der Käfer ernährt sich vornehmlich von den reifen Pollen und zerstört nicht mehr die Blütenanlagen in den Knospen. Die Blüten oder Vorblüten-Behandlung mit einem Fungizid ist von der Häufigkeit des Rapsanbaus innerhalb der Fruchtfolge abhängig. Ist eine Anbaupause von 4 oder gar 5 Jahren gegeben, so ist davon auszugehen, dass die Infektionswahrscheinlichkeit mit Rapskrebs (Sclerotinia) relativ gering ist. Die derzeit trockene Witterung wirkt einer Infektion mit Sklerotinia entgegen. Auch in den vergangenen Jahren waren die Tage während der Rapsblüte relativ trocken. Die Pilzsporen des Rapskrebses hatten so keine Möglichkeit auf den Rapspflanzen auszukeimen und Schaden zu verursachen. Eine fungizide Behandlung war in den vergangenen Jahren in unseren Bereichen nicht kostendeckend. Ausschlaggebend ist immer die Witterung während der Rapsblüte. Keine wuchsregulierenden Fungizide oder Wachstumsregler bei dieser trockenen und kalten Witterung einsetzen.


Wintergetreide:
Vor allem in den Hochlagen stehen die Herbizidmaßnahmen in Wintergetreide noch aus! Beherrscht der Ackerfuchsschwanz den Acker, so empfiehlt es sich die Gräsermittel wie Atlantis Flex, Atlantis OD, Avoxa oder Brodway solo einzusetzen. Nach einer Wartezeit von 8 Tagen kann die Behandlung der Unkräuter mit Primus Perfect, Pointer Plus, Artus oder anderen erfolgen. Bei einem „normalen“ Besatz mit Ackerfuchsschwanz kann auch die Gräserbehandlung mit der Unkrautbehandlung kombiniert werden. Siehe Pflanzenproduktionsheft Seite 52.
https://ltz.landwirtschaft-bw.de/pb/MLR.LTZ,Lde/Startseite/Service/Broschueren+zum+Pflanzenschutz
In Dinkel kann mit Atlantis Flex (200g/ha)+ Biopower (0,6l/ha) oder Brodway (130g/ha) + FHS eine Gräserbehandlung gefahren werden. Keine Wachstumsregler derzeit einsetzen. Es ist zu trocken und die Nächte sind zu kalt!


Grünland:
Die dunkelgrüne Färbung und die aufrechte Blattstellung machen die Herbstzeitlose schon von weither sichtbar. In den unteren Lagen ist Ende dieser oder in der nächsten Woche der richtige Termin um die Grünlandbestände die mit Herbstzeitlose verseucht sind, zu schröpfen. Dies kann mit einem Messerbalken oder einem Mulchgerät vorgenommen werden. Wichtig dabei ist eine Schwadbildung des Grasaufwuchses zu vermeiden. Ansonsten muss mit einem Kreiselheuer das Mähgut breitflächig wieder verteilt werden, damit die Umsetzung des jungen Aufwuchses schnell geschehen kann. Mit dieser Massnahme wird der Herbstzeitlose die Möglichkeit genommen „Vorräte „ zu speichern und die Ausbildung des Blütenstandes teilweise verhindert. Diese Maßnahme muss über Jahre gemacht werden, um einen sichtbaren Erfolg zu erzielen.


Mechanische Unkrautkontrolle:
Link zu Möglichkeiten mit Hacke, Striegel, Robotertechnik usw. die Beikrautflora im Bestand zu kontrollieren.
https://ltz.landwirtschaft-bw.de/pb/site/pbs-bw-mlr/get/documents_E689327821/MLR.LEL/PB5Documents/ltz_ka/Arbeitsfelder/Landwirtschaft%20und%20Umwelt/Biodiversit%C3%A4t/NEUKABW/NEUKA.BW_Video_2020.mp4

Bleiben Sie gesund!
Mit freundlichen Grüßen

Luise Lohrmann

 

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