Warndienst Nr. 06-2021


Sehr geehrte Damen und Herren!
Die ersten Aprilnächte ohne Frost heißen jetzt den Frühling willkommen. Langsam nimmt die Luftfeuchtigkeit zu. Es soll auch Niederschlag fallen. Hoffen wir das Beste! Die großen Temperaturunterschiede von zum Teil über 20 Grad haben vor allem die Ackerkulturen sehr stark gestresst. Die hohe Strahlungsintensität der Sonne hat bei ungeschützter Haut den ersten ordentlichen Sonnenbrand verursacht.
Winterraps:
Der Raps blüht! Damit ist das Problem der Rapsglanzkäfer gelöst.
Maisaussaat:
Staubtrocken sind zum Teil die vorbereiteten Maisäcker. Keine unnötigen und keine tiefen Bodenbearbeitungen durchführen. Mit jedem Bearbeitungsgang geht Wasser in die Atmosphäre verloren, das dringend für die Keimung benötigt wird. Die Böden sind noch relativ kühl, erwärmen sich jedoch bei dieser intensiven Sonnenstrahlung sehr schnell. Die Keimtemperatur für die Maiskörner liegt bei 8 Grad. In den unteren Lagen wird dieser Wert gerade so erreicht. Die Ablage des Maiskorns muss in eine wasserführende Schicht erfolgen. Die Ablagetiefe ist unbedingt zu kontrollieren. Ein Maiskorn das in staubtrockenen Boden abgelegt wird, kann nicht keimen. Die Saattiefe ist so nach unten zu regulieren, bis die Maiskörner in feuchten Boden kommen. Belasten Altverunkrautungen den Acker oder sind jetzt schon Fuchsschwanzpflanzen aufgelaufen, so kann vor der Saat mit einem glyphosathaltigen Mittel diese Konkurrenz beseitigt werden. Die Unterfußdüngung mit DAP zu Mais ist Standard. Idealerweise kann die gesamte N-Menge durch Zumischen eines Ammonium-haltigen Düngers mit Schwefel als Begleitnährstoff (10 – 20 kg/ha) zur Saat gegeben werden.
Leguminosen:
Die Sojasaat kann noch etwas warten. Die Keimtemperatur für Soja liegt bei 10 Grad. In Ackerbohnen und Erbsen sind die Bestände auf Ungras zu kontrollieren. Bei Bedarf mit Agil, Focus Aktiv Pack oder Fusilade MAX behandeln.
Wintergetreide:
Die natürliche Wuchsregulierung durch die trockene Witterung und die Frostnächte ist vorbei! Zur Halmstabilisierung in lageranfälligen Sorten können nach den Nieder5schlägen Wachstumsregler eingesetzt werden. Eine Übersicht hierzu finden Sie im Pflanzenproduktionsheft auf Seite 46. Wintergerste ist in den unteren Lagen im 2-Knotenstadium ES 32. Winterweizen und Dinkel befindet sich in der Regel im 1-Knotenstadium ES 31. In den oberen Lagen hinkt die Entwicklung, je nach Saattermin, um eine Stufe hinterher.
Sommergetreide:
Die frostgeschädigten Sommerungen erholen sich und werden mit jedem frostfreien Tag grüner. Nach den Niederschlägen kann in den nächsten Tagen die Herbizidmassnahme gesetzt werden. In der Sommergerste finden sich die ersten Fuchsschwanzpflanzen, die bereits 2 oder 3 Laubblätter haben. Mit Axial 1–1,2 ltr./ha in der Soloanwendung und frostfreien Nächten nach der Applikation kann gegen Gräser behandelt werden. Nach einer Woche Behandlungspause kann ein zweites Herbizid gegen breitblättrige Unkräuter nachgelegt werden. Hierzu können Ariane C, Biathlon 4D + Dash E.C., Concert SX, Pointer Plus, Saracen Max, Starane XL oder Zypar eingesetzt werden. In Hafer kann bei Ackerfuchsschwanz der im Auflaufen ist mit Concert SX eine Teilwirkung erzielt werden.
Die trockene Witterung und der zum Teil sehr lockere Boden behindern in Zusammenhang mit einem hohen ph-Wert die Pflanzenverfügbarkeit von Mangan. Vor allem der Hafer hat einen erhöhten Manganbedarf; der über eine flüssige Mangandüngung abgedeckt werden kann. Bitte beachten Sie bei Tankmischungen die Reihenfolge der Mischpartner! Flüssigdünger gehören zum Schluss in den Tank! Feste Dünger müssen zu Beginn des Füllvorgangs der Spritze in das Wasser, damit dieser sich lösen kann.
Distelbekämpfung:
Immer wieder wird beklagt, dass die Distelwirkung der eingesetzten Herbizide nicht ausreichend sei. Die „normale“ Behandlung gegen zweikeimblättrige Samenunkräuter schädigt die Distel im ersten Moment. In der Regel treiben diese wieder neu aus. Eine Dauerwirkung ist nur erreicht bei einer Wuchshöhe der Disteln ab 15 – 20 cm und der normalen Aufwandmenge des Herbizides. In der Regel ist es für eine vorrangige Distelbekämpfung noch zu früh, weil diese noch zu klein ist. Der Wuchsstoff MCPA in U 46 M-Fluid und Pointer Plus haben eine Zulassung bis ES 39 (Fahnenblatt voll entfaltet, Blatthäutchen sichtbar – Liqula-Stadium).

Bleiben Sie gesund!

Luise Lohrmann



 

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