Warndienst Nr. 07-2021

Sehr geehrte Damen und Herren!
Gewitterartige Schauer und oft langanhaltender Regen verbunden mit relativ kühlen Temperaturen haben die Wasserversorgung für die jetzt anstehende Entwicklung gesichert. Die Bauernregeln für den Mai lauten z.Bsp.: „Ein kühler Mai wird hochgeacht, hat stets ein gutes Jahr gebracht“ oder „ist der Mai kühl und nass, füllt's dem Bauer Scheun und Fass“, so hoffen wir, dass nicht nur die Menge stimmt, sondern die Qualität der Ernteprodukte auch noch gegeben ist.
Wintergerste:
In den unteren Lagen ist die Wintergerste am Grannenspitzen, EC 49. Die feucht-kühle Witterung hat die Entwicklung der Gersten unterstützt. Die Infektionen mit Netzflecken und Rhynchosporium sind jedoch gesetzt. Die Blätter sind derzeit nicht durch eine stabile Wachsschicht geschützt, sie sind empfindlich gegen große Strahlungsbelastung (Sonnenbrand). Bitte kontrollieren Sie ihre Bestände. In der Regel kann jetzt mit einer Einmalbehandlung die Pilzkrankheiten in den Gerstenbeständen kontrolliert werden. Gegen Netzflecken, Rhynchosporium und Ramularia können Ascra Xpro, Balaya, Elatus Era, Gigant, Revytrex, Proline und andere verwendet werden. Um die Ramularia bei regelmäßigem Auftreten sicher in den Griff zu bekommen empfiehlt sich der Zusatz des Wirkstoffes Folpet, (Kontaktwirkstoff, wirkt nur dort wo er aufgebracht wird) ist in Folpan 500 SC oder Amistar Max enthalten. Ist der Wintergerstenbestand jetzt lagergefährdet kann bis zum Grannenspitzen, ES 49 noch eine wuchsregulierende Massnahme in der Kombination mit einem Fungizid gefahren werden. Vorsicht bei Mischungen mit Azolfungiziden! Die Aufwandmengen der Wachstumsregler müssen nach unten korrigiert werden.
Winterweizen:
Die gesunden Sorten zeigen nur wenige Krankheitsbilder. Bitte kontrollieren Sie Ihre Bestände! In anfälligen Sorten wie z. Bsp. Akteur ist von Septoria, DTR und Gelbrost alles zu finden. Bitte kontrollieren Sie ihre Bestände. In engen Getreidefruchtfolgen und anfälligen Sorten kann jetzt auch zur Absicherung gegen den Halmbruch eine Schoss/Fahnenblattbehandlung ES 33/39 gefahren werden. Mit Ascra Xpro, Aviator Xpro, Elatus Era oder Elatus Plus, Revytrex, Skyway Xpro und anderen. Bei Spritzfolgen kann die Aufwandmenge reduziert werden. Für Einmalbehandlungen sollte die volle Aufwandmenge zum Einsatz kommen. Dazu ist es im Winterweizen aber noch zu früh! Bestände die jetzt nicht „ziehen“, obwohl genügend Stickstoff auf der Fläche ist, haben andere Nährstoffprobleme, wie z.Bsp. Schwefelmangel. Eine Blattanalyse kann die Frage eventuell lösen.
Maisaussaat:
Auf vielen Flächen ist der Silomais noch nicht im Boden. Die angesäten Maisflächen jedoch haben eine langsame Entwicklung der Maiskeimlinge, es ist einfach zu kalt! Die Unkraut- und Ungrasregulierung im Mais muss jedoch gut geplant werden. Die chemische Regulierung muss sich an der Leitverunkrautung orientieren. Gänsefuss-, Melde-, Knöterich- und auch Kamillearten beherrschen die Unkrautflora. Die Hirsen sind zwischenzeitlich auf unseren Maisstandorten, vor allem in den unteren Lagen, überall zu finden. Zusammen mit dem Ackerfuchsschwanz ist dies eine große Herausforderung, vor allem auch den schwer bekämpfbaren Ackerfuchsschwanz in den Maisbeständen erfolgreich zu beseitigen. Der Gewässerschutz spielt bei der Auswahl des Herbizides eine große Rolle. In allen Wasserschutzgebieten ist in Baden-Württemberg die Ausbringung von Terbuthylazin-haltigen Mitteln verboten. Eine Auflistung hierzu ist im „Gelben“ Pflanzenproduktionsheft auf Seite 76 abgedruckt. Eine Anwendung von Terbuthylazin-haltigen Mitteln wird auch außerhalb von Wasserschutzgebieten nicht empfohlen. Ab Seite 74 sind die Maisherbizide aufgeführt.
Veranstaltungshinweise:
Felderbegehungen finden statt:
In Gruol am Dienstag, den 25.05.2021 um 19.30 Uhr Treffpunkt ist Richtung Weildorf der erste Feldweg links.
In Leidringen am Mittwoch den 26.05. 2021 um 19.30 Uhr Treffpunkt ist das Kriegerdenkmal.
In Ringingen am Donnerstag, den 27.05. 2021 um 19.30 Uhr Treffpunkt am Friedhofsparkplatz.
Alle Termine vorbehaltlich der weiteren Inzidenz-Entwicklung zu Covid-19.
Die Felderbegehung ist als zweistündige Fortbildung zur Pflanzenschutz-Sachkunde nach §9 Absatz 4 des Pflanzenschutzgesetztes anerkannt. Die Anwesenden erhalten eine Fortbildungsbescheinigung über zwei Stunden.
Die TeilnehmerInnen werden gebeten, die derzeit geltenden Hygienevorschriften bezüglich Covid-19 einzuhalten (Tragen eines Mund-Nasenschutzes, Wahrung Mindestabstand).

Bleiben Sie gesund!
Mit freundlichen Grüßen
Luise Lohrmann

 

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