Warndienst Nr. 09-2021

Sehr geehrte Damen und Herren!
Tropische Witterungsverhältnisse haben die Kälteperiode abgelöst. In den Kulturen Mais und Sojabohnen haben Krähen und Tauben die jungen Keimpflanzen als willkommene Nahrung angenommen und dabei beträchtliche Schäden verursacht.
Mais:
Die eingesetzten Herbizide zeigen ihre Wirkung. Flächen die noch keine Behandlung mit einem Herbizid hatten sollten in den nächsten Tagen eine Applikation erhalten. Nicht in den heißen Mittagsstunden fahren sondern die kühleren und windstillen Abend- oder Morgenstunden mit einer höheren Luftfeuchtigkeit (>60%) für eine Überfahrt mit einem Herbizid bevorzugen. Für Problemunkräuter wie Distel, Ampfer und Winden ist es noch zu früh für eine chemische Bekämpfung. Die Wuchshöhe sollte bei Disteln und Winden 15 – 20 cm betragen. Gegen Distelplatten kann Effigo, Lontrel 720 SG oder Vivendi 100 eingesetzt werden. Für die Windenbekämpfung ab einer Trieblänge von 20 cm sind Arrat + Dash E.C., Mais-Banvel WG und Oceal zugelassen. Gegen den stumpfblättrigen Ampfer wirken ab dem 4 Blattstadium des Ampfers mit Arrat + Dash E.C. Elumis Peak Pack oder Harmony SX.
Wintergetreide:
Winterweizen/Dinkel: In den unteren Lagen platzt die Blattschiede auf. Das Stadium ES 49 ist in Winterweizen und Dinkel erreicht. Ist noch keine fungizide Behandlung gesetzt, so sollte dies in den nächsten Tagen geschehen. Die Infektionen mit Gelbrost und vor allem mit Septoria tritici sind gesetzt und vereinzelt schon sichtbar. Mit Revytrex aber auch durch Ascra Xpro, Aviator Xpro, Elatus Era, Elatus Plus, Gigant + 1,5 l/ha Folpan 500 SC, Jordi, Skyway Xpro oder andere kann ein wirkungsvoller Fungizidschutz erzielt werden. Weiterhin sind Adexar oder Ceriax geeignet die aber bis zu 30.10.2021 aufgebraucht sein sollten, da die Zulassung nicht mehr gegeben ist. Die Qualitätsdüngung kann jetzt zum Abschluss kommen.
Wintergerste: Vermehrt ist in den Wintergersten jetzt der Gerstenflugbrand zu finden. Die Gerstenähren sind schwarz. Diese Brandähren schieben in der Regel etwas früher, damit die Sporen ausfliegen können und in die geöffneten Blüten gesunder Gerstenpflanzen eindringen und dort auskeimen. Während die Gerstenpflanze blüht bildet sich aus den Sporen ein Myzel, das den Embryo im Gerstenkorn infiziert. Äußerlich ist dem Gerstenkorn nichts anzusehen, es ist normal ausgebildet. Das Myzel im Gerstenkorn ruht bis zur Aussaat im Herbst und entwickelt sich in der Gerstenpflanze. Mit dem Schossen der Gerstenpflanze wächst der Pilz im Stängel aufwärts und bildet dann zum Ährenschieben die Brandähren aus. Der Gerstenflugbrand kann ausschließlich nur durch eine Beizung bekämpft werden. Schläge die befallen sind sollten nicht nachgebaut werden oder zur Aussaat sorgfältig gebeizt sein. Auf Seite 44 im Pflanzenproduktionsheft sind die Wirkungsbereiche der Beizen aufgeführt. Nicht alle Beizen schützen gegen den Flugbrand. Flugbrand kann auch in Sommergerste, Hafer und Weizen auftreten.
Sommergetreide:
Die Herbizidmaßnahmen in den Sommerungen sollten abgeschlossen sein. Die Pflanzen schieben derzeit in den unteren Lagen das letzte Blatt. Das sehr wüchsige Wetter kann dichte Bestände gefährden, die dann ins Lager gehen können. Eine Halmstabilisierung zur Absicherung des Ertrags und der Qualität, sowohl in der Sommergerste als auch im Hafer, kann jetzt noch mit Moddus oder Prodax durchgeführt werden. Klette scheint in den Sommerungen nicht überall wirkungsvoll bekämpft worden zu sein. Kontrollieren Sie ihre Bestände. Bis ES 39 kann die Klette noch mit Wuchsstoffen oder Sulfonylharnstoffen nieder gehalten werden. Keine Mischungen mit Wuchsstoffen und Fungiziden im Ährenschieben! Die Ähre kann in der Blattscheide stecken bleiben.


Bleiben Sie gesund!
Mit freundlichen Grüßen
Luise Lohrmann

 

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