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Warndienst Nr. 10-2020

Datum: 26.05.2020

Sehr geehrte Damen und Herren!

Der vergangene Samstag hat nochmals Niederschläge gebracht, der gut war für ALLES!

Winterraps: Der Raps hat bisher die größten „Leiden ertragen müssen“. Die ersten Blüten waren durch den Frost im April stark geschädigt und nicht mehr fruchtbar. Auf diese kalten Nächte folgten dann heiße und trockene Tagen die zum Teil die Rapspflanzen zum Schotenabwurf bewegten, weil zu wenig Wasser vorhanden war. Es bleibt zu hoffen, dass der Winterraps den vergangenen Niederschlag noch gut in Ertrag umsetzen kann.

Wintergetreide: Auch in den Hochlagen hat die Wintergerste ihre Ähren geschoben und die Fungizidmaßnahmen sollten abgeschlossen sein. Die vergangenen Niederschläge haben den zum Teil noch nicht pflanzenverfügbaren Stickstoff jetzt zur Wirkung gebracht. Eine vorgezogene Qualitätsdüngung, vor allem in den unteren Lagen jetzt zum Fahnenblatt, kann gestreut werden um die Kornfüllphase und die Eiweißbildung zu unterstützen. Viele Wintergetreidebestände haben durch die vergangene extreme Witterung bereits die Ertragsanlagen wie ährentragende Halme aber auch die Kornzahl pro Ähre reduziert. Es gilt die Stickstoffdüngung an die Situation anzupassen und zu reduzieren. Zur Ertragsabsicherung im Winterweizen kann jetzt eine Einmalbehandlung mit einem Fungizid wie Ascra Xpro, Ceriax, Diamant, Elatus Era, Revytrex und andere in ES 39 bis 49 durchgeführt werden. Bisher wurde noch kein Gelbrost festgestellt. Auf schweren Standorten ist in der Regel die Manganverfügbarkeit eingeschränkt. Zur Blatt- und/oder Ährenbehandlung kann ein manganhaltiger Flüssigdünger ausgebracht werden, der die Ertragsentwicklung positiv beeinflusst.

Getreidehähnchen sind in den Beständen zu finden. Die Ermittlung des Besatzes mit Larven und Eiern sollte im Feld an jeweils 5 Halmen vorgenommen werden. Die obersten drei Blätter sind zu betrachten. Dort sollte nicht mehr als 20 % der Blattfläche durch Schabfraß geschädigt sein, bisher sind nur Eier und kleine Larven zu finden, die nicht mehr als 0,5 – 1,5 Eier oder Larven pro Blatt vorhanden sein sollten. Diese Schadschwelle wurde bisher nirgends erreicht. Bitte kein Insektizid gegen Getreidehähnchen einsetzen.

Mais: Die geplagten Maispflänzchen erholen sich mit jedem Sonnentag. Mitte bis Ende der Woche sollte die Herbizidanwendung eingeplant werden. Der Herbizideinsatz orientiert sich immer mehr an den Gräsern wie Fuchsschwanz und auch Hirsearten. Die typischen Leitunkräuter in Mais sind Melde, Gänsefuß und Knöterich.

Die sulfonylharnstoffhaltigen Produkte haben, wenn sie in einem warmen und wüchsigen Witterungsabschnitt mit einer hohen relativen Luftfeuchtigkeit eingesetzt werden, gute Wirkungsgrade. Die Herbizidspritzung sollte in den Spätnachmittag- und Abendstunden durchgeführt werden. Eine Übersicht ist auf der Seite 55 im Pflanzenproduktionsheft zu finden.

Die Hirsen haben sich auch auf den Maisäckern im Zollernalbkreis eingefunden Mit Mischungsbeispielen wie, Spectrum + MaisTer power oder Elumis + Peak oder MaisTer power oder Activus SC + Arigo und anderen kann die Hirse reduziert werden. Zu allen Mischungen gehört zur Vervollständigung noch ein Bromoxynil-haltiges Herbizid.

Der Wirkstoff Nicosulfuron ist z. Bsp. In Elumis, Motivell Forte, Nicogan und anderen enthalten, darf nicht in zwei aufeinander folgenden Jahren angewendet werden.

Problemunkräuter wie Winden können mit Arrat + Dash oder Mais-Banwell gesondert behandelt werden, wenn die Wuchshöhe der Winden etwa 20 cm erreicht hat. Disteln sollten ab einer Wuchshöhe von 15 cm mit Effigo, Lontrel u.a. bekämfpt werden. Ampfer kann ab dem 4 Blattstadium mit Harmony SX ausgeschaltet werden.

In allen Wasserschutzgebieten in Baden-Württemberg ist die Ausbringung von Terbutylazin-haltigen Mittel verboten. Zum Schutz des Grundwassers sollte auf eine Anwendung auch außerhalb von Wasserschutzgebieten verzichtet werden.

Mischen von Dünger, Pflanzenschutzmitteln und Hilfsstoffen: Grundsätzlich gilt: Der Tank der Spritze sollte zur Hälfte mit Wasser gefüllt sein. Feste Dünger wie Bittersalz Harnstoff oder pH-Absenker zuerst in den Tank. Es folgen dann die wasserlöslichen Granulate wie SG, SX, dann die wasserdispergierbaren Pulver oder Granulate WG, WP dann Suspensionskonzentrate SC, wasserlösliche Konzentrate SL, Suspensionen auf Ölbasis SE, Emulsionen EW,EC, dann kommen die Formulierungshilfsstoffe, Öle oder Netzmittel und zuletzt sollte der Flüssigdünger in den Tank. Das Rührwerk muss die Mischung in Bewegung halten und diese sollten sofort ausgebracht werden. Nicht mehr als drei Mischpartner zugegeben, ansonsten kann die Mischung unkalkulierbar werden und die positive Wirkung nicht mehr gegeben sein.

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