Warndienst Nr. 10-2022

Sehr geehrte Damen und Herren! 

Die Schwalben musizieren früh am Morgen und halten ein wunderbares Konzert ab. Die Grasernte hat in den unteren Lagen begonnen. Die Silos werden gefüllt. Der Silomais ist im Boden. Ende der Woche soll sich wieder wechselhaftes Wetter einstellen. 

Wintergerste: 

In den unteren Lagen schiebt die Wintergerste die Ähren. Ideal um die Einmalbehandlung zu applizieren. Die Hauptkrankheit wird auch in diesem Jahr die Ramularia sein. Die Notfallzulassung des Kontaktwirkstoffes Folpet  der in den Handelsprodukten Amistar Max und Folpan 500 enthalten ist, sichert die Ramulariabekämpfung ab. Der Wirkstoff Folpet ist ein Kontaktmittel und reicht alleine nicht aus um die Wintergerste wirkungsvoll zu schützen. Systemisch wirkende Azole mit den Wirkstoffen Prothioconazol sind z. Bsp.  in Ascra Xpro, Elatus Era u.a. oder  Mefentrifluconazol ist z. Bsp. in Balya, Revytrex u.a. enthalten. Diese  dürfen laut Zulassung in Mischungen mit dem Mittel Folpan 500  gefahren werden.

Wintergetreide: 

Oft ist die Überraschung groß, wenn bei der Überfahrt zur  Schossergabe Distelplatten, Klettenlabkraut oder auch Knöterich und/oder Ampfer gesichtet wird. Im Getreide sind Herbizide wie Ariane C, Pointer Plus, Pointer SX, Trimmer SX bis ES 39 für den Einsatz zugelassen. Der Wuchsstoff MCPA ist bis ES 39 zugelassen (Blatthäutchen des Fahnenblattes sichtbar) Bei einem späten Durchwuchs mit Klettenlabkraut kann Pixxaro EC oder Tomigan bis ES 45 (Mitte Ährenschieben) in Wintergetreide eingesetzt werden. Auf keinen Fall darf die Granne der Wintergerste sichtbar sein, das kann zu Wuchsdepressionen führen weil ES 45 weit überschritten ist.  

Mais:

Mais der vergangene Woche gesät wurde könnte jetzt idealerweise blind gestriegelt werden. Die Böden sind befahrbar und die Beikrautflora befindet sich im Keimmodus oder hat gerade das Keimblatt nach oben geschoben. Somit wäre der erste Unkrautdruck genommen. Der Striegel darf nicht zu „scharf“ eingestellt werden um ein Herausziehen der Maissaat zu vermeiden. Fahrgeschwindigkeiten zwischen 8 und 12 Stundenkilometer, je nach Beschaffenheit des Ackers, sind ideal. Vorauflaufherbizide sind im Mais erst nach dem Striegeleinsatz zu setzen. Der Striegel würde den „Herbizidfilm“ der bodenwirksamen Herbizide zerstören!

Soja :

Die Böden sind jetzt soweit erwärmt um der Sojabohne die nötige Keimtemperatur zu liefern. Soja benötigt mindestens 10° C Bodentemperatur um keimen zu können. Die Saatstärke ist bei 000-Sorten bei 65 bis 70 Pflanzen/m². Das Saatgut sollte mit der Knöllchenbakterienart Bradyrhizobium japonicum geimpft sein um den Ertrag abzusichern. Diese Knöllchenbakterienart kommt in unseren Breiten nicht natürlich vor. Die Knöllchenbakterien liefern zum Großteil (70-80%) des Stickstoffes für die Sojapflanze, der Rest wird kommt aus der Bodennachlieferung. Beim Einsatz von Bodenherbiziden muss die Saattiefe bei 4 – 5 cm liegen. Wird der Bestand mechanisch von Beikraut freigehalten ist ein Zuschlag zur Aussaatmenge von 10% sinnvoll. Herbizide sollen im Vorauflauf zur Anwendung kommen. Z.Bsp.: Artist mit 1,5 – 2 l/ha, bitte Sortenverträglichkeit beachten! Ebenso bei der Mischung mit Sencor Liquid, Spectrum und/oder Centium 36 CS. Eine Tabelle hierzu finden Sie im Pflanzenproduktionsheft auf Seite 68 – 69. Soja kann, wie auch der Mais, blind gestriegelt werden, wenn diese ohne Vorauflaufherbizide geführt wird. 

Erbsen + Ackerbohnen :

Im Nachauflauf können Flughafer, Hirsen, Windhalm und begrenzt Ackerfuchsschwanz bekämpft werden. Agil-S, Focus Ultra + Dash EC oder Fusilade MAX sind in Leguminosen zugelassen. Bitte die volle Aufwandmenge der Herbizide einsetzen. Frasspuren des Blattrandkäfers sind bisher nur am Rand zu beobachten und nicht bekämpfungswürdig. Bitte keine Insektizide beimischen!

 

Bleiben Sie gesund!

Luise Lohrmann   

 

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