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Warndienst Nr. 11-2020

Datum: 04.06.2020

Sehr geehrte Damen und Herren!

Es hat geregnet! Endlich! Die Niederschlagsmengen waren überall sehr unterschiedlich. Auf einigen Grünlandflächen wurde über das Pfingstwochenende sehr gutes, junges Heu gewonnen. Der zweite Schnitt auf den Silierwiesen kann durch den Regen jetzt an Masse zulegen.

Wintergetreide:

Der Regen hat viele Getreidehähnchen und deren Larven abgewaschen. Diese werden sofort von räuberischen Laufkäfern aufgefressen und sind somit unschädlich. Es sind keine Insektizide gegen das Getreidehähnchen in den Wintergetreidebeständen notwendig. In den unteren Lagen blüht der Winterweizen. Steht der Winterweizen nach Silomais oder Weizen ist das Risiko für eine Fusarieninfektion jetzt in der Blüte besonders groß. Die derzeitigen Temperaturen über 16 Grad und die wechselfeuchte Witterung bieten während der Weizenblüte ideale Bedingungen für eine Infektion mit Fusariensporen. Die Ernterückstände, vor allem Maisstoppeln sind die Sporenlager. Mit dem Wind gelangen die Sporen in die Ähre und infizieren diese. Zwei bis drei Wochen nach der Infektion zeigt sich der Schaden durch ein vorzeitiges Ausbleichen der befallenen Ährchen. Die Nährstoffzufuhr der darüber liegenden Weizenähre kann unterbrochen werden Dieser Ährenabschnitt bleicht aus, die Kornfüllung leidet und es gibt Schmachkorn. Als partielle Weiß- oder Taubährigkeit wird das Schadbild benannt. . Der Fusarienpilz bildet ein giftiges Stoffwechselprodukt, das Deoxynivalenol, kurz DON genannt. Mit einer gezielten Fungizidbehandlung kann der DON-Gehalt in den Weizenkörner um 50 bis 80 % reduziert werden. Eine Fungizidmaßnahme sollte maximal vier Tage nach dem Beginn des Regens ab Ende Ährenschieben gesetzt werden um einen größtmöglichen Erfolg zu erzielen. Die Fungizide Ampera, Folicur, Input Classic, Osiris, Prosaro, Proline und andere haben einen DON-Reduzierenden Einfluss.

Die Qualitätsdüngung zur Absicherung des Eiweißgehaltes sollte gestreut sein.

Sommergetreide:

Der Hafer und die Sommergerste sind in den unteren Lagen in der Regel in ES 37 bis 45. Durch den Niederschlag hat sich auch hier der Besatz mit Getreidehähnchen und deren Larven stark reduziert. Es sind keine Insektizidmaßnahmen gegen das Getreidehähnchen in den Sommergetreidekulturen nötig! Die Einmalbehandlung mit einem Fungizid ist, vor allem in der Sommergerste, eine Qualitäts- und Ertragsabsicherung. Leider steht Amistar Opti nicht mehr als Fungizid in der Sommergerste zur Verfügung. Die Aufbrauchfrist für Amistar ist mit dem 20.05. 2020 abgelaufen. Für eine Einmalbehandlung in der Sommergerste sind Adexar, Ascra Xpro, Elatus Era, Revytrex und andere zugelassen.

Ackerrandhygiene:

Die Feldränder bieten für Trespen aber auch für Insekten und pilzliche Schaderreger eine Eintrittspforte in die angebauten Kulturen. Die verschiedenen Trespenarten die am Ackerrand zu finden sind, haben geblüht und ihre Fruchtstände ausgebildet. Das Mähen oder Mulchen der Feldränder ist eine Pflegemaßnahme um eine stabile Grasnarbe zu bekommen und somit auch das etablieren von Trespen und Ampfer zu reduzieren, weil nur blanker Boden eine Keimatmosphäre für diese Pflanzen bietet.

Düngeverordnung:

Die neue Düngeverordnung ist am 01.05.2020 in Kraft getreten. Es gibt noch viele offene Fragen. Grundsätzlich ist für den Zollernalbkreis zu sagen, es gibt bei uns keine „Roten Gebiete“. Die Aufzeichnung der Düngergaben mit Datum, Art und Menge ist festzuhalten. Die Schlagkartei bietet sich hierzu an. Ansonsten sind unter nachstehendem Link die Einzelheiten aufgeführt.

https://ltz.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Arbeitsfelder/Duengung.

Bleiben Sie gesund!

Luise Lohrmann

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