Warndienst Nr. 11-2022

Sehr geehrte Damen und Herren! 

Die Nacht von Sonntag auf Montag war sehr kalt. Die eigentliche Schafskälte ist erst Anfang Juni aber vielleicht war sie das schon! Der kalte Wind trocknet sehr stark aus und treibt die regenschwangeren Wolken weg aus unserem Gebiet. Die Luftfeuchte ist auch nachts relativ niedrig und bewegt sich um die 60 – 70 %,  tagsüber sinkt sie auf 30 bis 50 %  ab. Die Infektionswahrscheinlichkeit für pilzliche Schaderreger ist bei diesen trockenen Verhältnissen sehr gering. Die phänologische Entwicklung von Wintergetreide und Grünland ist in diesem Jahr sehr weit.  

Wintergetreide: 

In den unteren Lagen bricht in vielen Winterweizen- und Dinkelbeständen die Blattscheide auf und die Ähre ist sichtbar. Das ist ES 49 (Beginn des Ährenschiebens) der „klassische „ Termin für eine Einmalbehandlung in gesunden Fruchtfolgen mit Vorfrucht Körnerleguminosen oder Winterraps. In den Hochlagen ist derzeit das Fahnenblatt voll entwickelt, mindestens ES 39. Die Bestände sind in der Regel gesund. Auf den „unteren“ Blättern sind zum Teil „Altinfektionen“ mit Septoria zu finden, die sich aber bei dieser trockenen Witterung nicht auf die „oberen“ Blätter ausbreiten können. In gesunden Betänden kann die Einmalbehandlung noch hinausgezögert werden. Altbekannte Produkte wie Ascra Xpro, Aviator Xpro, Elatus Era, Gigant, Revytrex, Sxyway Xpro u.a. und das neu zugelassene Fungizid Univoq stehen zur Abschlussbehandlung zur Verfügung. Die Fungizide sichern den Ertrag ab. Weitere Informationen finden sie im gelben Pflanzenproduktionsheft ab Seite 59. Vereinzelt sind Schabfrassspuren der Getreidehähnchenlarve zu finden. Die Vorkommen liegen jedoch weit unter dem Bekämfpungsrichtwert der bei 20% geschädigter Blattfläche auf den obersten drei Blätter ist oder eine Larve oder ein Ei je Getreidehalm. Die Ermittlung des Bekämpfungsrichtwertes muss an fünf Stellen im Feld, jeweils an 5 Halmen ermittelt werden. Derzeit rechtfertigt sich ein Insektizideinsatz nicht!  Bitte keine Insektizide zumischen.

Mais:

Zügig hat sich der Mais bisher entwickelt und befindet sich im 3 bis 4 Blattstadium. Mitte der Woche sollen die Temperaturen wieder etwas ansteigen und die Luftfeuchtigkeit zunehmen. Somit wäre der ideale Zeitpunkt ein Herbizid zu setzen. Hat es am Tag eine Luftfeuchte von mindestens 60% und kein Wind, können auch tagsüber Maisherbizide behandelt werden. Ist dies nicht der Fall muss auf die frühen Morgenstunden oder den  Spätnachmittag/Abend/Nacht ausgewichen werden. Für eine Mischverunkrautung kann Arigo, Elumins + Peak , Kelvin, MaisTer power und andere in Kombination eingesetzt werden. Auf Hirsestandorten sind bodenwirksame Herbizide einzusetzen um die unterschiedlichsten Auflaufwellen der Hirsen zu erfassen. Informationen hierzu ab Seite 76 im Pflanzenproduktionsheft. 

Sommergetreide :

In den unteren Lagen will eine früh gesäte Sommergerste den Winterweizen überholen. Sie befindet sich im Grannenspitzen, ES49. Auch hier kann zur Ertragsabsicherung jetzt ein Fungizid gesetzt werden.  Der ideale Zeitpunkt für eine Einmalbehandlung ist von ES39 bis ES49. Für die Sommergerste gilt auch die Notfallzulassung für Folpan und Amistar Max gegen Ramularia. Diese sollen mit dem Wirkstoff Prothioconazol oder Mefentrifluconazol kombiniert werden. Ein Insektizid ist auch hier nicht notwendig, weil bisher die Bekämpfungsrichtwerte nicht überschritten wurden. Siehe Winterweizen!

Veranstaltungshinweise :

Felderbegehnungen finden statt in:

Leidringen, Dienstag 31.05. 2022, 19.30 Uhr, Treffpunkt am Kriegerdenkmal. 

Ringingen, Mittwoch 01.06. 2022, 19.30 Uhr, Treffpunkt am Friedhofsparkplatz.

Demonstrationsbetrieb zur Pflanzenschutzmittelreduktion -  es findet ein Feldabend am 03.06.2022 um 19.30 Uhr in Täbingen statt. Treffpunkt Maschinenhalle  Christoph Wachendorfer Gößlinger Str. 12 Orstausgang Täbingen Richtung Gößlingen auf der rechten Seite. 

Die Felderbegehungen und der Feldabend  sind als zweistündige Fortbildung zur Pflanzenschutz-Sachkunde nach §9 Absatz 4 des Pflanzenschutzgesetztes anerkannt. Die Anwesenden erhalten im Anschluss eine Fortbildungsbescheinigung über zwei Stunden.

 

Bleiben Sie gesund!

Luise Lohrmann   

 

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