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Warndienst Nr. 12-2019

Datum: 14.08.2019

Sehr geehrte Damen und Herren!

Leider war die Getreideernte im Zollernalbkreis, vor allem in den mittleren und oberen Lagen noch nicht abgeschlossen als der Regen kam. Die Niederschläge und die damit verbundene Abkühlung tut den Menschen, Tieren und Pflanze gut. Das Stroh hat jetzt keine goldgelbe Farbe mehr sondern ist durch die Schwärzepilze auf den Äckern eher grau. Der Mais, das Grünland und die Soja haben natürlich jeden Tropfen Regenwasser aufgenommen und werden diese in Ertrag umsetzen. Spatzen freuen sich an den großen Pfützen und nutzen diese Bademöglichkeit.

Bodenbearbeitung:

Keine Bearbeitung bei nassen Bodenverhältnissen, runter vom Acker! Die Stoppelbearbeitung soll für das Ausfallgetreide und für Unkraut- und Ungrassamen ein Keimbeet schaffen. Die Kapillare werden durch die Bearbeitung gebrochen, somit bleibt das Wasser besser auf der Fläche. Die Erntereste sollen mit der Erde in den obersten 8 – 10 cm flach vermischt werden. Das Bodenleben wird besser mit Sauerstoff versorgt und kann so den Abbau- und Umbauarbeiten im Boden wieder schneller nachkommen. Das kann der Abbau von organischem Material wie Stroh und Erntereste aber auch , Krankheitserregern und Pflanzenschutzwirkstoffe die noch nicht komplett zerlegt sind, sein.

Winterraps:

Das Saatbeet muss für die Winterrapsaussaat vorbereitet sein oder vorbereitet werden. In der Fruchtfolge sollte der Rapsanteil nicht über 25% sein. Für die Auswahl geeigneter Sorten sind unter: https://www.landwirtschaft-bw.info/pb/MLR.LTZ,Lde_DE/Startseite/Arbeitsfelder/Zwischendokumente?QUERYSTRING=LSV+Winterrapsdie Ergebnisse der Landessortenversuche zu Winterraps eingestellt. Ein Winterraps der Ende August bis Anfang September in ein gut abgesetztes Saatbeet kommt und genügend Feuchtigkeit hat, entwickelt sich erfahrungsgemäß zügig.Die Aussaatmenge ist dem Saatzeitpunkt anzupassen: Saat bis Ende August bei Hybriden 30 bis 40 Körner /m², für Liniensorten sind 40 bis 50 Kö/m² zu berechnen. Bei Saatterminen ab Anfang September jeweils die Aussaatmenge um 10 Kö/m² erhöhen.

Pflanzenschutz:

Die Wirkstoffe Clomazone und Metazachlor waren bisher für den Rapsanbau die wichtigsten Bodenwirkstoffe für den Herbizideinsatz. Das neu zugelassene Herbizid Belkar mit den Wirkstoffen Picloram und Halauxifen-methyl das im Nachauflauf eingesetzt wird, könnte die Unkrautkontrolle verändern.

Im Vorauflauf kann gegen eine Mischverunkrautung Butisan Gold 2,5 l/ha, Butisan Kombi 2,5 l/ha oder Fuego Top 1,5 l/ha eingesetzt werden. Der Einsatz von Herbiziden mit dem Wirkstoff Clomazone wie Centium 36 CS 0,25 – 0,33 l/ha oder Gamit 36 AMT 0,25 – 0,33 l/ha erfordert die Berücksichtigung gesonderter Anwendungsauflagen. Die Abstandsauflagen zu Ortschaften, Haus und Kleingärten und Flächen die für die Allgemeinheit bestimmt sind, einzuhalten. Weitere Auflagen sind der Gebrauchsanleitung zu entnehmen. Im Nachauflauf kann ab ES 12 mit Belkar Power =( Belkar + Synero je 0,25 l/ha) oder ab ES 16 mit Belkar 0,25 l/ha behandelt werden. Weiterhin sind Butisan Gold, Butisan Kombi, Fuego Top und Runway im Nachauflauf einsetzbar. Für den erfolgreichen Einsatz von Herbiziden im Vorauflauf sind die Umweltbedingungen ausschlaggebend. Eine hohe Luftfeuchtigkeit bei der Behandlung und feuchter Boden müssen gegeben sein, damit die Herbizide im Vorauflauf überhaupt auf die Keimwurzeln der Unkräuter einwirken können. Die Herbizidspritzung muss in den kühleren und feuchteren Abend- oder Morgenstunden erfolgen. Das Saatbeet muss feinkrümelig sein und bei trockenen Bodenbedingungen angewalzt werden.

Schneckenkontrolle:

Der Besatz mit Schnecken in den Ackerflächen ist in den vergangenen Jahren rückläufig. Das ist kein Grund um sich nicht um diese schleimigen Plagegeister zu kümmern. Schnell kommen diese aus den tieferen Erdspalten an die Ackeroberfläche und verkosten das junge Rapsgrün. Die Kontrolle der Schnecken kann über das Auslegen von Brettern oder feuchten Jutesäcken erfolgen. Befinden sich bei der täglichen Nachschau Schnecken unter diesen schattigen Plätzen so ist der Einsatz eines Schneckenkorns notwendig um die jungen Rapspflanzen zu schützen. Eine Übersicht an Schneckenkornpräparaten finden Sie im Pflanzenproduktionsheft auf Seite 11. Bitte beachten Sie die unterschiedlichen Aufwandmengen.





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