Warndienst Nr. 12-2020

Sehr geehrte Damen und Herren!

Fordernd recken die kleinen Schwalben ihre Hälse aus den Nestern und wollen Futter. Die zweite Brut der Rauchschwalben ist in manchen Nestern schon gelegt. Die Hälfte des Sommers ist vorbei!

Relativ kühl ist es derzeit am frühen Morgen. Die Niederschläge der vergangenen Wochen sind vor allem dem Mais, den Sommerungen, dem Winterweizen zur Kornfüllung und dem Grünland zu Gute gekommen. In den nächsten Tagen wird in den unteren Lagen die Wintergerste gedroschen. Nach der Ernte ist vor der Ernte. Die Fruchtfolge für die kommende Aussaat sollte jetzt schon in den Köpfen oder besser auf dem Papier sein, damit die Aussaat von geplanten Zwischenfrüchten schnell und gut erledigt werden kann.

Getreidelager:

1. Die hofeigenen Getreidelager sollten mit einem Industriesauger oder Hochdruckreiniger sorgfältig gereinigt sein.

2. Getreiderestmengen sollten vermieden und getrennt von der neuen Ernte gelagert werden.

3. Ablagerungen in Abflüssen und Getreidesümpfen müssen entfernt sein.

4. Ritzen und Fugen müssen abgedichtet werden, Hohlräume vermieden werden.

5. Regelmäßig befallene Lager sollten baulich verändert werden. Fenster und Lüftungsschlitze mit engmaschigem Fliegengitter verschließen. Die Maschenweite sollte 0,5 bis 1 mm sein. Bei gröberen Fliegengittern kommen Getreideplattkäfer, Reismehlkäfer, Brotkäfer und der Getreidekapuziner durch.

6. Leere Getreidelager die mit Insekten kontaminiert sind können mit K-Obiol EC 25 bereinigt werden.

7. Befallenes Altgetreide kann durch Umlagern und Spritzen auf den Förderstrom mit K-Obiol EC 25 oder Silico-

SEC behandelt werden. Nähere Hinweise finden sie im Pflanzenproduktionsheft auf der Seite 11.

8. Das Getreide hat idealerweise mit 14 -15% Kornfeuchte und sollte gut gereinigt eingelagert werden.

9. Das Lager ist regelmäßig auf Temperatur, Feuchtigkeit und Schädlinge zu kontrollieren. Ein Temperaturanstieg kann einen Schädlingsbefall anzeigen.

10. Die Getreidepartien sollten belüftet werden. Die Außenluft sollte 5 - 7° C kühler sein als das Getreide selbst. Bei Nachttemperaturen <15 °C und einer Luftfeuchtigkeit < 60 % ist eine Belüftung effektiv.

Zwischenfrüchte :

Eine Stoppelbearbeitung kurz nach der Ernte ist extrem wichtig um die vorhandene Restfeuchte des Bodens für den Auflauf des Ausfallgetreides und der Zwischenfrucht zu nutzen, sofern es nicht zu feucht ist. Dieses Jahr sind keine hohen Strohmengen zu erwarten, da die Getreidehalme durch die Frühjahrstrockenheit kurz geblieben sind. Eine gleichmäßige, flache Einarbeitung des gehäckselten Strohs muss möglich sein ohne Strohmatten zu produzieren, die sich störend auf die Entwicklung der Zwischenfrüchte und das Auflaufen des Ausfallgetreides auswirken können. Die Auswahl der Zwischenfrüchte muss sich an der betriebseigenen Fruchtfolge orientieren. In Fruchtfolgen mit Leguminosen wie Erbsen, Bohnen, Soja oder Kkleegras bitte leguminosenfreie Mischungen säen. In Rapsfruchtfolgen keine Kreuzblütler wie Senf oder TillageRettich verwenden. Soll die Zwischenfrucht als ökologische Vorrangfläche gezählt werden gelten bestimmte Mischungsverhältnisse für das Saatgut. Diese Saatgutmischungen müssen zertifiziert sein. Bitte achten Sie beim Saatguteinkauf darauf.

Veranstaltung zur Düngeverordnung am Montag, 13.07.2020 um 10 Uhr auf dem Seehof in 72401 Haigerloch

Viele Landwirte sind verunsichert was jetzt nach der neuen Düngeverordnung die am 01.05.2020 in Kraft getreten ist gilt! Alle interessierten Landwirte sind deshalb am Montag, den 13.07.2020 um 10 Uhr auf den Seehof eingeladen um Klarheit zu bekommen was für die anstehende Zwischenfrucht- und Herbstaussaat nach der Düngeverordnung erlaubt ist.

Der Zollernalbkreis hat keine „Roten Gebiete“, deshalb ändert sich jetzt für die Herbstdüngung wenig. Grundsätzlich beginnt die Sperrzeit für das Aufbringen von organischen und mineralischen Dünger auf Ackerland mit der Ernte der Hauptfrucht. Die Herbstkulturen dürfen nicht mit Gülle, Gärrest in fester und flüssiger Form, Geflügelkot und Geflügelmist mit wesentlichen Gehalten, >1,5% in der TS, an Stickstoff gedüngt werden. Für Winterraps, die Etablierung von Zwischenfrüchten, Ackerfutter und für die Wintergerste mit Vorfrucht Getreide kann eine Stickstoffdüngung mit 60 kg/ha Gesamt N erfolgen. Die Düngergaben müssen mit Datum, Art und Menge schlagbezogen aufgeschrieben werden. Der nachfolgende Link bietet Einzelheiten zur neuen DÜV

https://ltz.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Arbeitsfelder/Duengung.

Bleiben Sie gesund!

Luise Lohrmann

 

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