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Warndienst Nr. 13-2019

Datum: 09.09.2019

Sehr geehrte Damen und Herren!

Der erhoffte Niederschlag ist jetzt eingetroffen. Die Regenmengen waren unterschiedlich doch es regnete im gesamten Gebiet. Die Herbstzeitlose reckt ihre Blütenkelche seit ein paar Tagen in den Himmel. Die Schwalben haben sich auch schon verabschiedet. Es ist eindeutig HERBST!

Virusbefallene Getreidebestände:

Vor allem der Weizenverzwergungsvirus (WDV) hat in diesem Jahr in Dinkel und Winterweizen Ertrag gekostet. Es waren Herbst- und Frühjahrsinfektionen zu beobachten. Dieser Virus wird nur über die Zwergzikade Psammotettix alienus übertragen. Die Zikade überwintert in der Regel durch das abgelegte Ei, laut Literatur. Die milden Herbst und Winter lassen auch erwachsene Zikaden überwintern, die im Frühjahr sofort wieder Getreidepflanzen mit dem Weizenverzwergungsvirus infizieren können. Die schlüpfenden Zikaden aus den überwinternden Eiern haben noch keinen Virus in sich. Diese müssen sich erst neu infizieren. Die Zikaden zu kontrollieren ist sehr schwierig, weil sie sehr mobil sind. Große Entfernungen zu überwinden ist für die Zwergzikade kein Problem. Die zugelassenen Pyrethroide zur Blattlausbekämpfung haben nur eine geringe Wirkung gegen die Zikaden. Außerdem ist der Bekämpfungszeitpunkt nur sehr vage zu bestimmen. Leider haben die Imidacloprid-haltigen Beizen in Manta Plus und Gasur, die eine gute Wirkung gegen die Zwergzikaden brachten, schon seit Jahren keine Zulassung mehr. Es gilt in diesem Falle ackerbaulich gegen einen Zwergzikadenbefall vorzubeugen! Nach der Ernte muss das Ausfallgetreide konsequent beseitigt werden. Der Acker muss immer wieder „schwarz“ gemacht werden um die „Grüne Brücke“ zu unterbrechen. Natürlich wird durch eine stetige Bodenbearbeitung verstärkt Humus abgebaut. Der Sauerstoff der durch die Bearbeitung in den Boden kommt regt die Bakterien zur Umsetzung an. Die Beseitigung von Ausfallgetreide kann auch mit einem Totalherbizid erfolgen, dabei wird der Humus nicht mineralisiert und bleibt somit für die Folgekultur als Nährstoffspeicher erhalten. Die Virus übertragenden Zwergzikaden überleben in Altgrasstreifen, im Mais, auf dem Ausfallgetreide und in Heckenrandstreifen. Zum Teil auch in Begrünungen, wenn Hafer mit in der Mischung ist oder das Ausfallgetreide durchwächst. Die Ackerhygiene und im Besonderen die Ackerrandhygiene ist ein Instrument um einem Virusbefall vorzubeugen. Ackerränder müssen stetig gepflegt werden. Eine spätere Saat des Wintergetreides minimiert einen Virusbefall. Kühlere Temperaturen schränken die Mobilität der Insekten und somit der Zikaden ein.

Winterraps:

Winterraps der aufgrund fehlender Niederschläge erst vergangene Woche in den Boden gekommen ist, wird sehr schnell keimen. Die Temperaturen werden in der Wochenmitte wieder ansteigen und dem Raps gute Wuchsbedingungen geben.

Pflanzenschutz:Das zeitgleiche Auflaufen von Ausfallgetreide kann für die kleinen Rapspflanzen eine große Konkurrenz um Wasser, Licht und Nährstoffe darstellen. Mit einem Gräserherbizid wie Agil, Focus Ultra, Fusilade MAX, Gallant super, Targa Super, Panarex oder Select 240 EC kann in der Soloanwendung die erste Welle beseitigt werden. In der Kombination mit dem neuen Belkar geht nur Gallant Super oder Panarex. Die Anwendung von Belkar ist ab dem 2. Laubblatt möglich. Die Entscheidung für die Spritzung richtet sich nach den kleinsten Pflanzen. In einem ungleichen Bestand kann es durchaus sein, dass die Schnellsten sich schon mit 3 und 4 echten Laubblättern schmücken. Der Einsatztermin sollte sich aber an den langsameren Pflanzen orientieren. Ein zu früher Einsatz kann die Wirkung mindern.

Rapserdflohkontrolle: In den letzten Jahren hat der Erdfloh in den Rapsbeständen keinen Schaden gemacht. Natürlich können einzelne Schläge befallen sein. Deshalb gilt auch hier: Bestandskontrolle mit Hilfe von Gelbschalen bis zum 6-Blattstadium 50 gefangene Erdflöhe in 3 Wochen oder aber 10% der Rapsblätter durch den Fraß zerstört. Erst nach Erreichen der Schadschwelle rechtfertigt sich ein Insektizideinsatz. Mittelbeispiele finden Sie im Pflanzenproduktionsheft auf Seite 28.

Herbstbegrünung:

Änderungstermine der Flächen für die normale Herbstbegrünung E1.1 ist der 15.09. und für die ökologischen Vorrangflächen der 01.10.

Grünland:

Eine Einzelpflanzenbekämpfung gegen den stumpfblättrigen Ampfer kann jetzt gut mechanisch mit dem Ampferstecher oder chemisch durchgeführt werden. Der Einsatz eines selektiv wirkenden Herbizides wie Harmony SX, Ranger, Garlon oder Simplex ist zu empfehlen. Bitte beachten sie für die Anwendung die Gebrauchsanweisung der unterschiedlichen Herbizide.

Gutes Gelingen wünscht

Luise Lohrmann

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