Warndienst Nr. 14-2020

Sehr geehrte Damen und Herren!
Die letzten Niederschläge waren sehr unterschiedlich in der Menge und zum Teil mit Hagel begleitet. In den Hochlagen musste kurz die Ernte unterbrochen werden. Die hohen Temperaturen in der Kalenderwoche 31 haben in den frühen Maissorten die Pollen zum Teil „verbrannt“. Die Befruchtung und somit die Einkörnung der Kolben ist speziell in frühen Sorten in den unteren Lagen deshalb sehr lückig.

Winterraps:
Die Regenfeuchte hat das Ausfallgetreide zum Keimen gebracht. Ein weiterer flacher Bearbeitungsgang vor der Saat kann gemacht werden, wenn die Bodenfeuchte es zulässt, um noch mehr Ausfallgetreide und Unkrautsamen zum Keimen zu bringen. Ernterückstände müssen so eingearbeitet sein, dass diese keine Sperrschichten für die Wasserführung bilden und die Wirkung der Herbizide beeinträchtigt. Der Boden sollte keine Schadverdichtungen aufweisen um der Rapspflanze eine gute Wurzelentwicklung zu bieten. Die Flächen dürfen mit Gülle, Gärrest und/oder mineralisch nach Bedarf gedüngt werden. Die Aussaat sollte in den nächsten Tagen bei einer Ablagetiefe von 2 – 3 cm stattfinden. Die Saatmenge für Hybriden sollte bei uns 45 – 50 Kö/m² sein. Für die Liniensorten empfiehlt sich eine Aussaatmenge von mehr als 55 Kö/m². Für die Septembersaaten ist die Saatmenge jeweils um 10 Kö/m² zu erhöhen, diese empfiehlt sind nur für die unteren Lagen bis 500 Höhenmeter.
Pflanzenschutz: Die Behandlungserfolge mit metazachlor- oder clomazonehaltigen Präparaten sind immer sehr stark von der Bodenfeuchte abhängig. Zudem stehen diese beiden Wirkstoffe in der Kritik Umweltschäden zu verursachen. Mit der Zulassung von Belkar und Gajus stehen zwei neue metazachlor und clomazonefreie Produkte zur Verfügung. Mit Gajus (Picloram+ Pethoxamid) und Belkar (Picloram+ Halauxifen-methyl) kann die Herbizidstrategie dem Unkrautvorkommen im Nachauflauf besser angepasst werden. Die Wirkstoffaufnahme erfolgt über das Blatt und den Boden. Eine Herbizidbehandlung kann mit dem Belkar Power Pack (Belkar + Synero 30 SL) im Nachauflauf als Spritzfolge ab ES 12 – 14 und die zweite Applikation ab ES 16 durchgeführt werden. Dazwischen sollte mindestens ein zeitlicher Abstand von 2 Wochen sein um Kulturschäden zu vermeiden! Bei einer schwächeren Verunkrautung kann die Einmalbehandlung ab ES 16 gefahren werden. Eine Mischung mit Bordünger und Gräsermittel wie Gallant Super, Panarex und Focus Aktiv Pack ist möglich. Für die 2.Behandlung mit Belkar in ES 16 sind Tilmor 0,75 – 1 l/ha oder Toprex 0,35 – 0,5 l/ha oder Folicur 0,5 – 0,75 l/ha geprüft. Bitte keine anderen Fungizide oder Wachstumsregler zumischen. Nach wie vor sind Butisan Gold, Butisan Kombi, Fuego Top und Runway im Nachauflauf einsetzbar. Eine Behandlung sollte in den frühen Morgenstunden oder am Abend erfolgen, wenn die Luftfeuchtigkeit wieder zunimmt und die Wirkstoffe auf dem Acker bleiben und nicht in die Atmosphäre abgasen.
Schnecken: Die feucht-warme Witterung beflügelt die Schnecken in ihrer Aktivität. Das Walzen der Äcker wirkt einem Schneckenbesatz entgegen. Die tägliche Schneckenkontrolle durch das Auslegen von Brettern, Schneckenfolie oder feuchte Jutesäcke ist erforderlich um nicht böse überrascht zu werden. Bei Schneckenbefall in den Abendstunden Schneckenkorn aufbringen. Im Pflanzenprodutionsheft auf der Seite 12 sind Präperate zur Schneckenbekämpfung aufgeführt. Bitte beachten sie die unterschiedlichen Aufwandmengen.

Getreidelagerung:
Das gedroschene Getreide ist an den heißen Tagen auch sehr warm vom Feld gekommen. Ist die Einlagerung im hofeigenen Getreidelager erfolgt, so muss stetig die Temperatur kontrolliert werden. Durch eine Belüftung in klaren, kalten Nächten kann die Wärme aus dem Getreidestock genommen werden und eine Kondenswasserbildung verhindert werden. Die Temperatur im Getreidestock muss durch Belüftung oder Kühlung langfristig auf unter 10 Grad gebracht werden. Erwärmt sich das Getreide im Lager, so muss der Stock sofort mit Kaltluft belüftet oder dieser umgelagert werden. Wird dies nicht getan, so ist die Gefahr von Schädlingsbesatz und Schimmelbildung sehr groß. Die Getreidepartien können dann unverkäuflich werden oder zur Verfütterung nicht mehr tauglich sein.

Zwischenfrucht, Begrünung:
Die Änderungs- und Aussaatmeldungen sollten zu FAKT E1.2 und F1 bis 31.08. für FAKT E1.1 und E2.1 bis 15.09. gemacht sein. Änderungen von Faktbegrünungen oder Nutzungscodes müssen über Papier abgegeben werden. Hierzu kann in FIONA die Auswertung 5 zu den Schlägen verwendet werden.
Für alle Begrünungen und Blühmischungen gilt: Kein Einsatz von Herbiziden zur Vor- oder Nachbehandlung der Flächen.

Veranstaltungshinweis:
Schlaggrenzen mit GPS-Systemen finden – dazu findet am Dienstag, 08.09.2020 um 14 Uhr auf dem Betrieb Rolf Binder, 72406 Bisingen-Steinhofen, Amstatt-Gewann 3 eine Veranstaltung statt. Eine Anmeldung ist unter der Nummer 07433/921941 erforderlich.

Bleiben Sie gesund!
Luise Lohrmann

 

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