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Warndienst Nr. 15-2020

Datum: 28.08.2020

Sehr geehrte Damen und Herren!
Die ersten Blüten der Herbstzeitlose recken ihre Blütenkelche in den Himmel. Die Schwalben sammeln sich schon auf den Stromleitungen und die zweite Brut beginnt mit ihrer Flügelstärkung und probt den Abflug. Es wird Herbst und auch in den Hochlagen neigt sich die Ernte dem Ende zu. Ein erdiger Geruch hat sich über die Landschaft gelegt und die Frühäpfel duften verführerisch und bereiten unsere Sinne auf den Herbst vor.

Saatbeetbereitung für die Winterungen:
Vereinzelt waren auch in diesem Jahr wieder Virusinfektionen in Wintergetreide, vor allem mit dem Weizenverzwergungsvirus, zu beobachten. Auf Flächen die nicht mit einer Begrünung bestellt sind kann das Ausfallgetreide und auch die Unkräuter jetzt nach der Ernte konsequent beseitigt werden. Um einem Virusbefall vorzubeugen muss der Acker immer wieder „schwarz“ gemacht werden um die „Grüne Brücke“ zu unterbrechen. Natürlich wird durch eine stetige Bodenbearbeitung verstärkt Humus abgebaut. Der Sauerstoff der durch die Bearbeitung in den Boden kommt regt die Bakterien zur Umsetzung an. Die Beseitigung von Ausfallgetreide kann auch mit einem Totalherbizid erfolgen, dabei wird der Humus nicht mineralisiert und bleibt somit für die Folgekultur als Nährstoffspeicher erhalten. Die Virus übertragenden Zwergzikaden überleben in Altgrasstreifen, im Mais, auf dem Ausfallgetreide und in Heckenrandstreifen. Zum Teil auch in Begrünungen, wenn Hafer mit in der Mischung ist oder das Ausfallgetreide durchwächst. Die Ackerhygiene und im Besonderen die Ackerrandhygiene ist ein Instrument um einem Virusbefall vorzubeugen. Ackerränder müssen stetig gepflegt werden. Eine spätere Saat des Wintergetreides minimiert einen Virusbefall. Kühlere Temperaturen schränken die Mobilität der Insekten und somit der Zikaden ein.
Zur Vorbereitung der Aussaat gehört auch die Wahl der Sorte. Informationen hierzu sind unter:
https://ltz.landwirtschaft-bw.de/pb/MLR.LTZ,Lde/Startseite/Arbeitsfelder/Sorteninformation#anker1976892 eingestellt. Die Auswahlkritierien für eine Sorte die im Zollernalbkreis zur Ansaat kommen, sollten auf die Winterfestigkeit, die Fallzahlstabilität und auch die Gesundheit gelegt werden. In Betrieben die Silomais anbauen ist immer auch die Fusarientoleranz ein Schwerpunkt.

Grünland:
Die Trockenheit und auch ein großer Mäusebefall haben das Grünland stark strapaziert. Die lückige Grasnarbe gilt es jetzt wieder zu schließen um einer Verunkrautung entgegenzuwirken. Im Spätsommer und Frühherbst ist die Konkurrenz der Altnarbe gegenüber der jungen Saat geringer. Mit einem Striegel sollten vertrocknete Grasfilzreste herausgerissen werden. Bei großen Mengen müssen die Reste geschwadet und abgefahren werden, damit die jungen Keimpflanzen nicht unter dieser Schicht ersticken. So muss der Grünlandschlag für die Nach-oder Übersaat vorbereitet werden. Das Weidelgras ist das konkurrenzstärkste Gras im Grünland und somit auch am besten für die Nach- oder Übersaat geeignet. Spezielle Sorteninformationen sind in den Empfehlungen der LAZBW zu finden. Die amtlich empfohlene Nachsaatmischung für ungünstige Lagen (NSU) kann mit 25 kg/ha als Nachsaatmischung eingesetzt werden. Eine Zumischung von Rotklee stärkt den Bestand in Trockenphasen durch seine Pfahlwurzel. Der Weissklee verschwindet in den heißen Sommermonaten. Für eine Nachsaat bieten Schlitzgeräte Vorteile. Das teure Saatgut wird in den Boden eingebracht und somit ein Auflaufen besser abgesichert. Nach der Saat muss gewalzt werden. Bitte keine Gülle in die Auflaufphase der Gräser direkt nach der Saat aufbringen. Im Herbst kann auf nachgesäten Flächen ein Schröpfschnitt oder eine Silagenutzung erfolgen.
Grundsätzlich sollte die Weidepflege durch abmähen oder abmulchen von Weideresten auch im Spätsommer nicht vernachlässigt werden. Ein Neuaustrieb der Gräser wird jetzt, besonders nach den Niederschlägen, gefördert und somit auch die Widerstandskraft der Grasnarbe unterstützt. Das Jakobskreuzkraut ist jetzt oft an Böschungen, Feld- und Strassenrändern zu finden. Das Einwandern dieser Giftpflanze in die Grünlandbestände Für das Ausstechen von Unkrautpflanzen wie Jakobskreuzkraut, Disteln und Ampfer ist jetzt eine gute Zeit. Die Ampferpflanzen bitte nicht auf den Kompost oder Misthaufen werfen sondern separat lagern, trocknen lassen und dann verbrennen. Für eine chemische Unkrautbekämpfung finden Sie Informationen im Pflanzenprodutionsheft ab Seite 82.

Bleiben Sie gesund!
Luise Lohrmann

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