Warndienst Nr. 16-2020

Sehr geehrte Damen und Herren!


Sie sind weg! Die Schwalben haben sich auf den Weg nach Süden gemacht. Der Silomais wird durch die Sonnentage in der Reife beschleunigt. In den unteren Lagen hat die Maisernte schon begonnen.


Silomais:
Die Einkörnung ist vor allem in den unteren Lagen zum Teil massiv gestört. Manche Kolben haben nur 30% der angelegten Körner auch ausgebildet, weil die Befruchtung nicht stattgefunden hat. Die hohen Temperaturen während der Blüte hat die männlichen Pollen buchstäblich „verbrannt“ oder aber die Narbenfäden sind vertrocknet und konnten so die Pollen nicht aufnehmen und eine Befruchtung stattfinden lassen. Der Maiszünsler ist in fast allen Beständen mal mehr, mal weniger zu finden. Zur Reduzierung dieses Maisschädlings ist nach der Maisernte die Stoppel zu zerkleinern. Die Maisstoppeln müssen aufgebrochen werden, damit die Maiszünslerlarve keine schützende Winterbehausung mehr hat und durch Vögel gefressen werden kann oder durch das Eindringen von Wasser abstirbt. Mit einer Messerwalze oder einem Mulchgerät muss die Maisstoppel geknackt werden. Zudem wird die Rotte der Maisstoppel durch die Bearbeitung beschleunigt und somit das Fusariumnrisiko für die nachfolgende Kultur wie Weizen oder Dinkel etwas kleiner. Auf einer Gemarkung müssen alle Maisanbauer diese vorbeugende Massnahme umsetzten. Auf einzelnen nicht bearbeiteten Maisflurstücken kann sich ansonsten die Maiszünslerlarve auf einen ruhigen Winter vorbereiten und im Frühjahr sofort wieder in die Maisbestände einfliegen. Eine Pflugfurche unterstützt die Reduzierung der Maiszünslerlarven.
Winterraps:
Die Ende August gesäten Rapsbestände entwickeln sich sehr gut. Die Niederschäge haben für ausreichendes Keimwasser gesorgt. Dieser Raps befindet sich im 2- bis 5-Blattstadium. Ab dem zweiten Laubblattstadium wäre der erste Einsatz von Belkar 0,25 + Synero 0,2 mit einem Gräsermittel wie Gallant Super, Panarex oder Focus Ultra möglich. Im 6-Blattstadium der Rapspflanzen kann die zweite Behandlung mit derselben Aufwandmenge durchgeführt werden. Die jüngsten Pflanzen sind maßgebend für den Behandlungszeitpunkt. Eine Zugabe von Bor ist bei jeder Maßnahme sinnvoll. Die Reihenfolge der einzelnen Mischpartner muss eingehalten werden, damit die Wirkung der Herbizide erhalten bleibt. Es gilt:
1. Spritze zur Hälfte mit Wasser füllen und Rührwerk einschalten.
2. Feste Dünger oder feste Mikronährstoffe zumischen.
3. Fest formulierte Pflanzenschutzmittel wie SG, SP, WG, WP zugeben.
4. Flüssige, wasserbasierende Formulierungen wie CS, SC, SL hinzufügen.
5. Flüssige, lösungsmittel-basierte Formulierungen wie EC, EG, EO, EW, DC, OD, SE einspülen.
6. Spritzbehälter auffüllen uns zum Schluss Formulierungshilfsstoffe und Flüssigdünger einspülen.
Die Frage einer Wuchsregulierenden und Fungiziden-Behandlung als Versicherungsmaßnahme im Raps stellt sich in den nächsten Tagen. Der optimale Einsatzzeitpunkt ist im 6-Blattstadium der Pflanzen. Dies ist in der Regel Ende September bis Anfang Oktober erreicht. Versuchsergebnisse belegen, dass die Herbstbehandlung, vor allem bei Hybriden, die lohnenste Maßnahme ist. Die Winterfestigkeit, Standfestigkeit und der fungizide Schutz gegen Wurzelhals- und Stängelfäule sollten durch die Mittel abgedeckt sein. Weiter Informationen sind im Pflanzenproduktionsheft auf Seite 61. Bisher sind in den Gelbschalen keine nennenswerten Rapserdflöhe gefunden worden. Der Lochfraß der Erdflöhe überschreitet die 10% Blattfläche nicht, somit ist derzeit kein Insektizid notwendig!

Veranstaltungshinweis:
Felderbegehungen finden statt:
In Ringingen am Dienstag, den 15.09. 2020 um 18.30 Uhr Treffpunkt am Friedhofsparkplatz.
In Leidringen am Dienstag, den 22.09. 2020 um 18.30 Uhr Treffpunkt ist das Kriegerdenkmal.
In Gruol am Mittwoch, den 23.09. 2020 um 18.30 Uhr Treffpunkt ist Richtung Weildorf der erste Feldweg links.
Die Vorgaben zur Eindämmung der Corona Pandemie sind selbstverständlich einzuhalten.

Bleiben Sie gesund!
Luise Lohrmann

 

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