Warndienst Nr. 17-2020

Sehr geehrte Damen und Herren!
Kalt ist es geworden! Das lange Beinunterkleid hat in den vergangenen Tagen wieder seinen Dienst aufgenommen. In allen Monaten die im Namen ein „r“ tragen wird dies schon immer empfohlen!


Wintergerste:
In den unteren Lagen sind die Wintergersten teilweise ausgesät. Die Niederschläge der vergangenen Tage wird den Auflauf beschleunigen. Die Keimung der Fuchsschwanzpflanzen wird jetzt richtig in Gang kommen. Eine Wintergerstensaat jetzt in den nächsten Tagen hat den Vorteil, dass gekeimter Ackerfuchsschwanz mit der Saat gestört wird und so eine mechanische Reduzierung stattfindet. Nicht nur die Fuchsschwanzregulierung ist in einer späteren Saat besser möglich auch die Gefahr eines Insektenbefalls mit Läusen und Zwergzikaden die Viren durch den Saugvorgang in die Pflanzen einbringen, ist wesentlich geringer. Wintergerste die jedoch schon im Boden ist und keimt kann nur noch chemisch vom Fuchsschwanz befreit werden. Die Unkrautbekämpfung erfolgt vorwiegend mit Herbiziden die über den Boden wirken. Auf Ackerfuchsschwanzstandorten ist eine Herbstbehandlung in der Wintergerste unverzichtbar. Im frühen Nachauflauf stehen Mittel wie Herold SC, Malibu, Boxer, Carmina, Trinity und andere zur Verfügung. Hat der Fuchsschwanz schon zwei oder mehrere Blätter empfiehlt sich das Zumischen von Axial 50 um auch noch über das Blatt unterstützend einen Bekämpfungserfolg zu erreichen. Sorteninformationen zu Wintergerste sind im Pflanzenprodutkionsheft auf der Seite 18 – 19 zu finden.


Roggen, Triticale, Winterweizen, Dinkel:
Die Sorten sind im Pflanzenproduktionsheft ab Seite 20 bis 29 zu finden oder unter https://www.landwirtschaft-bw.info/pb/MLR.LTZ,Lde/Startseite/Arbeitsfelder/Sorteninformation sind die Ergebnisse der Landessortenversuche aus Baden-Württemberg eingestellt. Bitte achten sie bei der Auswahl der Beizmittel auf eine Wirkung gegen den Zwergsteinbrand (Tilletia caries) bei Weizen und Dinkel. Landor CT oder Vibrance Trio weisen eine Wirkung gegen diese Pilzkrankheit aus. Bitte planen sie die Winterweizenaussaat in die Oktobermitte, soweit es die Witterung und ihre Nerven zulassen. Eine spätere Saat reduziert den Besatz mit Fuchsschwanz und senkt das Risiko einer Infektion mit Verzwergungsviren durch Zwergzikaden.
Das Aufkommen von resistentem Ackerfuchsschwanz sollte mit einer Herbstbehandlung verhindert werden. Bereits vorhandene resistente Biotypen sind im Herbst im frühen Nachauflauf, im 0 - 1-Blattstadium, die Fahrgassen sollten erahnt werden können, zu behandeln. Im vergangenen Herbst ist die Aufbrauchfrist für Cadou forte und Bacara mit dem Wirkstoff Flurtamone ausgelaufen. Es ist keine Anwendung mehr möglich. Restmengen müssen entsorgt werden. Nachfolgend werden beispielhaft Herbizide aufgeführt die für die unterschiedlichen Kulturen zugelassen sind.
Weizen, Roggen, Triticale: Für eine Fuchsschwanzbehandlung im frühen Nachauflauf sind die Herbizide Herold SC 0,6 l/ha, Malibu 3,5 – 4 l/ha, Boxer 2 l/ha + Herold SC 0,5 l/ha oder Herold SC 0,5 l/ha + Traxos 0,9 l/ha und andere Herbizide und deren Mischungen zugelassen. Behandlungen mit dem Wirkstoff CTU (Chlortoluron) ist nicht in allen Winterweizensorten verträglich. Bitte beachten Sie die Gebrauchsanweisung hierzu.
Dinkel: Mit Herold SC 0,4 – 0,5 l/ha oder Carpatus, 0,4 – 0,6 l/ha kann im frühen Nachauflauf (der Dinkel durchbricht mit dem Keimblatt den Boden) gegen den Fuchsschwanz vorgegangen werden.
Die Wirkung der eingesetzten Herbizide wird zudem verbessert, wenn die Erntereste optimal eingearbeitet sind, das Saatbeet feinkrümelig ist und das Saatkorn in einer Tiefe von 2 – 3 cm abgelegt wurde. Eine ausreichende Bodenfeuchte sollte vorhanden sein damit die eingesetzten Wirkstoffe ihre Fähigkeiten optimal entfalten können. Schwer bekämpfbarer Ackerfuchsschwanz erfordert in der Regel mehrere Maßnahmen innerhalb der Vegetationsperiode. Ackerbauliche Maßnahmen spielen immer mehr eine Rolle um den Fuchsschwanz unter Kontrolle halten zu können. Aus diesem Grunde bitte keine Frühsaaten, exakte Bearbeitung bezüglich Tiefenführung und Randbearbeitung, die Saattiefe sollte bei 2 – 3 cm sein. Eine Qualitätskontrolle der eigenen Arbeit sollte durchgeführt werden um Fehler erkennen zu lernen und diese in den nächsten Jahren zu vermeiden.


Winterraps:
Wüchsige Bestände die jetzt schon das 6-Blattstdium erreicht haben müssen unbedingt nochmals eingekürzt werden. In den amtlich aufgestellten Gelbschalen sind derzeit keine Rapsschädlinge zu finden. Bitte keine Insektizide zumischen!

Bleiben Sie gesund!
Luise Lohrmann

 

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