Warndienst Nr. 18-2020

Sehr geehrte Damen und Herren!


Der Herbst hat Einzug gehalten. Es ist relativ feucht und warm.

Wintergerste:
Mitte September gesäte Wintergersten befinden sich in ES 13 (3-Blattstadium). Die Herbizidmaßnahme gegen Gräser hätte vor den Niederschlägen durchgeführt werden sollen. Jetzt ist es schwierig die großen Ackerfuchsschwanzpflanzen in den Griff zu bekommen. Die Kombination von Bodenherbiziden und blattaktiven Mitteln muss in der Wintergerste jetzt gefahren werden.


Roggen, Triticale, Winterweizen, Dinkel:
Es ist noch nicht alles Wintergetreide im Boden. Die Böden werden in den kommenden Stunden schnell Abtrocknen. Die Befahrbarkeit der Äcker sollte gut gegeben sein um diese nicht unnötig zu belasten. Getreide das vor der Regenperiode ausgesät wurde durchbricht jetzt den Boden. Der Feldaufgang ist in der Regel sehr gleichmäßig. Die nötige Bodenfeuchte ist vorhanden. Es sind ideale Bedingung für die Behandlung mit Herbiziden.
In Dinkel ist für eine Herbstbehandlung speziell Herold SC 0,4 – 0,5 l/ha oder Carpatus, 0,4 – 0,6 l/ha im frühen Nachauflauf (der Dinkel durchbricht mit dem Keimblatt den Boden) gegen den Acker-Fuchsschwanz zugelassen.


Getreidelagerung:
Das eingelagerte Getreide sollte immer wieder auf die Temperatur kontrolliert werden. Die Lagertemperatur sollte jetzt unter 10 Grad gebracht worden sein. Steigt die Temperatur wieder an, ist das in der Regel ein Anzeichen auf Schädlingsbefall. Sofort muss die Kühlung, Belüftung oder das Umlagern des Getreides veranlasst werden, damit sich das Lager wieder stabilisiert. Ansonsten ist die Gefahr durch Schädlinge und Schimmelbildung sehr groß und die Ware nicht mehr verkaufsfähig.


Grünland:
Die vergangenen Regenfälle haben den Graswuchs aktiviert. Auf einigen Flächen wird der Aufwuchs nochmals genutzt. Auf vielen Wiesen jedoch wird keine Nutzung mehr stattfinden. Der Aufwuchs ist allerdings zu massig um das Grünland unbeschadet durch den Winter kommen zu lassen. Der Schneeschimmel und andere Pilzerkrankungen aber auch Mäuse fühlen sich in einem hohen Grasbestand sehr wohl. Grasbestände die höher als 15 cm sollten vor Winter nochmals genutzt werden. Macht eine Nutzung keinen Sinn mehr, so wäre ein Schröpfschnitt oder ein Abmulchen eine vorbeugende Maßnahme die Entwicklung von Schadpilzen und die Ausbreitung von tierischen Schädlingen zu reduzieren.


Sperrfristverschiebung:
Für den gesamten Zollernalbkreis wurde die Sperrfrist für die Ausbringung von Düngemitteln mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff (>1,5% in der TS) auf Grünland und Dauergrünland um zwei Wochen auf den 15. November bis einschließlich 14. Februar verschoben. Auf Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau gilt keine Sperrfristverschiebung hier sind die gesetzlichen Vorgaben weiter einzuhalten.
Die Sperrfristverschiebung gilt nicht für Festmiste von Huft- oder Klauentieren oder Komposte. Die in der Zeit vom 01. Dezember bis zum 15. Januar nicht ausgebracht werden dürfen.
Die mögliche Ausbringungsmenge ist auf maximal 60 kg Gesamtstickstoff je Hektar beschränkt. Die Stickstoffgaben sind mit ihrem anrechenbaren Stickstoffanteil bei dem ermittelten N-Düngebedarf im Folgejahr in Ansatz zu bringen. Hierfür sind die ausgebrachten Düngermengen zu dokumentieren. In Wasserschutzgebieten gilt die Sperrfristverschiebung nicht.

Veranstaltungshinweise:
Grünland – Ausdauer-Sortenversuch
Die Vorstellung des Ausdauerversuchs findet am Freitag, den 23.10.2020 um 14 Uhr statt. Treffpunkt ist der Traufgangparkplatz „Zitterhof“, angrenzend zum landwirtschaftlichen Betrieb Andreas und Eva Roth, Zitterhof 1, 72461 Albstadt-Pfeffingen.

Bleiben Sie gesund!
Luise Lohrmann

 

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