Warndienst Nr. 19-2020

Sehr geehrte Damen und Herren!


Die Niederschlagsmengen wie sie in den vergangenen Wochen gefallen sind, waren im Sommer sehnlichst erwünscht. Es ist für den Monat November noch überdurchschnittlich warm. Die Tiefdruckgebiete halten sich derzeit genauso stabil wie im Sommer die Hochdruckgebiete. Die Wetterlagen ändern sich in den letzten Jahren nicht mehr so schnell. Hoffen wir auf einen trockenen November um die Feldarbeiten noch gut zu Ende zu bringen. 1993, also vor 27 Jahren war der letzte richtig nasse Herbst. In diesem Jahr musste Frost abgewartet werden um die Wintergetreidesaat im November noch einbringen zu können.
Die Vegetationszeit ist derzeit noch nicht beendet.


Winterraps:
Die Temperaturen für eine Behandlung mit propyzamidhaltigen Mitteln wie Cohort, Kerb Flo oder anderen ist noch zu hoch. Unter 10°C müssen die Tagestemperaturen fallen um diese Herbizide erfolgreich gegen resistenten Ackerfuchsschwanz und/oder Trespen einzusetzen. Die Zulassung von Cohort ist zum 31.01.2020 ausgelaufen. Die Aufbrauchfrist endet am 31.07.2021, bitte die Bestände aufbrauchen. Alternativ kann auch Milestone (Propyzamid + Aminopyralid) eingesetzt werden. Die Wirkung ist breiter und erfasst auch Vogelmiere, Kamille, Kornblume und Mohn. Der Wirkstoff Propyzamid wirkt über den Boden. Abschwemmungsgefährdete Flächen sollten einen breiten, bewachsenen Randstreifen aufweisen um Abschwemmungen zu bremsen und so Wirkstoffeinträge in benachbarte Wintergetreidebestände aufzuhalten. Die Behandlung kann auch auf gefrorenen Boden erfolgen.


Winterweizen:
Nicht überall konnte die geplante Winterweizensaat in den Boden kommen. Alternativ kann mit Wechselweizen oder Sommerweizen eingesät werden. Das Angebot an Sommer- oder Wechselweizen ist begrenzt, da dieser in der Regel als „Lückenfüller“ gilt, wenn keine Winterweizensaat mehr möglich ist. Sorten sind im Pflanzenproduktionsheft auf den Seiten 34 bis 35 beschrieben.
Herbizideinsatz: Wintergetreide das noch nicht gegen den Ackerfuchsschwanz behandelt wurde kann, wenn die Felder wieder befahrbar sind, noch gemacht werden. In den letzten Jahren hat die Frühjahrsapplikation gegen den Ackerfuchsschwanz in vielen Betrieben Schwierigkeiten bereitet. Die sogenannte „Nikolausspritzung“ hat in den vergangenen Jahren gute Wirkungsgrade erreicht.


Mäusebefall:
Augenscheinlich sind sowohl auf dem Grünland wie auf dem Acker Mäuse zu beobachten. Vor allem aus Böschungen, Altgrasstreifen, nicht genutztem Ödland und Gräben wandern die Mäuse in die Kulturflächen ein. Die Besatzdichte kann durch die „Lochtretmethode“ bestimmt werden. Eine Kontrollfläche von 16 x 16m (250m²) mit Stäben markieren und innerhalb dieser Fläche alle Mausgänge zutreten. Nach 24 Stunden die Löcher kontrollieren. Sind mehr als 4 bis 6 Löcher wieder geöffnet, so rechtfertigt sich eine Bekämpfung, bitte dokumentieren. Chemisch kann mit Giftweizen der mit einer Legeflinte tief in die Löcher eingeführt werden muss gegen den Mäusebefall vorgegangen werden. Unterstützend helfen Sitzstangen für Greifvögel die an den Feldrändern aufgestellt werden um somit die Beobachtungsmöglichkeiten der Greifvögel auf bestimmte Flächen auszurichten. Ein gepflügter Ackerrandstreifen kann zusätzlich helfen um die Zuwanderung der Mäuse auszubremsen.


Veranstaltungshinweise:
Die Versuchsringtagung am 02.12.2020 musste leider abgesagt werden.


Gemeinsamer Antrag: Fakt-Vorantrag
Seit dem 02.11.2020 ist in FIONA das FAKT-Vorantragsverfahren offen. Bis einschließlich 15.12.2020 sollten die verpflichtenden Angaben im FAKT-Vorantrag eingereicht sein. Die Abgabe eines Abschlussdokuments ist nicht erforderlich. Der FAKT-Vorantrag muss in FIONA abgeschlossen werden, dann gilt er als eingereicht.


Bleiben Sie gesund!
Luise Lohrmann

 

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