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Warndienst Nr. 6-2019

Datum: 24.04.2019



Sehr geehrte Damen und Herren!

In der Karwoche sind die Schwalben eingezogen. Die sommerlichen Ostertage waren ein herrliches Geschenk. Die Blüte der Steinfrüchte wie Zwetschgen und Kirschen ist voll im Gange. Die Birnbäume und auch die ersten Frühapfelsorten öffnen ihre Blütenkelche. Die Bienen haben viel zu tun. Der Löwenzahn beginnt auf den Wiesen zu blühen und lenkt somit auch die Rapsglanzkäfer auf die Wiese, weg vom Raps.

Winterraps:

Die ersten Blüten öffnen sich in den Winterrapsbeständen. Somit ist die Hauptgefahr durch den Rapsglanzkäfer abgewehrt, weil diese sich von den reifen und offenen Pollen ernähren und keine Blütenanlagen mehr zerstören. Zudem haben die Abklopfzählungen der einzelnen Blüten

nie die Schwellenwerte für eine Bekämpfung erreicht. Der Löwenzahn bietet zudem jetzt durch seine Blüte ein zusätzliches Nahrungsangebot für den Rapsglanzkäfer. Es war keine Insektizidbehandlung gegen den Rapsglanzkäfer nötig. Jetzt steht im Raps nur noch die Abschlussbehandlung an. Mit Beginn der Vollblüte kann eine abschließende Fungizidbehandlung gefahren werden. Die ersten Blütenblätter sollten schon abgefallen sein und sich in den Blattachseln verfangen. Die Haupterkrankung ist immer noch die Sclerotinia (Rapskrebs). Sclerotinia hat viele Zwischenwirte. Dazu gehören alle Kreuzblütler, Sonnenblumen, Leguminosen und Kartoffeln. In Fruchtfolgen die 25% Raps beinhalten sollte zur Ertragsabsicherung eine Fungizid-Abschlußbehandlung erfolgen. Der Hauptinfektionsfaktor allerdings ist das Wasser und das ist bis jetzt nicht üppig vorhanden. Bleibt die Rapsblüte trocken, so kann die Behandlung nach hinten hinausgezögert werden. Am besten vor oder nach einem Regenereignis. Es sollte etwa 50% der Blüten geöffnet sein. Die Wasseraufwandmenge mindestens 300l/ha betragen, damit eine gute Durchdringung des Bestandes möglich ist. Die Fahrgeschwindigkeit sollte bei 4 – 5 Stundenkilometer liegen und die Behandlung in den Abendstunden vorgenommen werden. Fungizide wie Cantus Gold, Propulse, Proline, Folicur und weitere sind im Pflanzenproduktionsheft aufgeführt. Bei Tankmischungen ist eine Änderung der Bienengefährlichkeit gegeben, bitte beachten! Für die Abschlussbehandlung kein Insektizid einsetzen. Vor der Blütenbehandlung ist die Spritze peinlichst mit einem speziellen Spritzenreiniger oder saurem Melkmaschinenreiniger zu säubern. Reste von Herbiziden, vor allem Sulfonylharnstoffe, in der Pflanzenschutzspritze zur Blütenbehandlung können verheerende Wirkungen auf den Raps haben.

Wintergerste:

Die Wintergerstenbestände befinden sich jetzt in ES 31 – 32 (Ein-Zweiknotenstadium). Die Bestände sind in weiten Fruchtfolgen relativ gesund. In lagergefährdeten Beständen kann jetzt eingekürzt werden. Bleibt es allerdings trocken und stellen sich die Niederschläge nicht ein kann eine Einkürzung auch erheblich Ertrag kosten. Aus diesem Grunde können die vorausgesagten Niederschläge abgewartet werden und erst danach einkürzen. Die Distelbekämpfung kann mit einer Fungizidmaßnahme kombiniert werden, das geht mit Pointer Plus oder Ariane C bis ES 39 (Erscheinen des letzten Blattes).

Hafer:

Es gibt kein Gräserherbizid für eine Ackerfuchsschwanzbekämpfung in Hafer. Die breitblättrige Verunkrautung kann mit Wuchsstoffen wie U 46 M oder sulfonylharnstoffhaltigen Herbiziden wie Ariane C, Dirigent SX, Pointer Plus, Pointer SX, Primus Perfect oder anderen durchgeführt werden. Die Beimischung eines manganhaltigen Flüssigdüngers ist in Hafer Standard. Der Dünger kommt immer zuletzt in die Einspülschleuse. Die Stickstoff-Düngung zu Hafer muss abgeschlossen werden, wenn diese nicht komplett schon zur Saat erfolgt ist.

Sommergerste:

Für die Gräserbekämpfung steht nur Axial 50 zu Verfügung. Die frostfreien Nächte bieten sich derzeit für eine Axialbehandlung an. Für die Bekämpfung der breitblättrigen Unkräuter und den Zusatz von Mangan gilt dasselbe wie zu Hafer.

Herbstzeitlosebekämpfung:

In den unteren Lagen schiebt sich die Samenkapsel der Herbstzeitlose nach oben. Für einen Schröpfschnitt wäre in den nächsten Tagen der ideale Zeitpunkt. Das Mulchgerät oder den Messerbalken nicht zu tief einstellen. Eine Schnitthöhe von 5 bis 7 cm sollte angestrebt werden, damit die Kräuter erhalten bleiben. Diese Maßnahme muss über Jahre hinweg durchgeführt werden um eine merkliche Reduktion der Herbstzeitlose auf der Fläche zu erreichen.

Gutes Gelingen wünscht

Luise Lohrmann

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