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Warndienst Nr. 8-2019

Datum: 23.05.2019



Sehr geehrte Damen und Herren!

Der Regen war lange ersehnt. Endlich sind auch Wassermengen auf die Felder und Wiesen gekommen, die eine gute Durchfeuchtung des Bodens möglich machten. Die früh geräumten Wiesen können den aufgebrachten Wirtschaftsdünger nach der Grasernte jetzt gut in Wachstum umsetzen. Die Getreidebestände strecken sich förmlich und die Spatzen baden in den großen Pfützen. Die Nachtfrostgefahr ist vorbei. Die Eisheiligen haben sich anständig benommen und keine Schäden angerichtet.

Wintergerste:

In den unteren Lagen hat die Wintergerste die Ähren komplett geschoben. In den mittleren und oberen Lagen sind die Grannen am Spitzen. Die Fungizidmaßnahme sollte in den unteren Lagen abgeschlossen sein. In den mittleren und oberen lagen sollte diese in den nächsten Tagen erfolgen. Gegen die „schmutzuige Abreife“ oder auch Ramularia muss ein Chlorthalonil-haltiges Fungizid beigemischt werden. Chlorthalonil ist ein Wirkstoff Kontaktwirkstoff, er hat keine systemische Wirkung und verteilt sich somit nicht in der Pflanze. Er wirkt nur an der behandelten Stelle. In Amistar Opti und Zakeo Opti ist das Chlorthalonil enthalten. Es kann entweder solo oder mit Partnern wie Adexar, AviatorXpro, Elatus Era appliziert werden. Ein Spritzfenster hilft die Wirkung der Behandlung zu beurteilen. Die Aufbrauchfrist für Gladio und Cirkon endet am 19.03.2020. Diese Produkte werden hauptsächlich in Gerste eingesetzt und müssen in der Saison 2019 vollständig aufgebraucht werden. Ansonsten müssen diese kostenpflichtig entsorgt werden. Bitte keine Insektizid beimischen. Es sind keine Getreidehähnchen in den Beständen zu finden.

Sommergetreide:

Die Herbizidbehandlung in der Sommergerste und im Hafer sollte abgeschlossen sein. Die Qualitätsdüngung für die Sommerfuttergerste kann in den nächsten Tagen fallen. Für Hafer und Braugerste ist keine Stickstoffgabe mehr sinnvoll. Bei der Braugerste werden die Eiweißwerte in die Höhe getrieben und für Hafer entsteht das Risiko von unerwünschten Nachtrieben. Die Sommergersten schieben schon das letzte Blatt. Voraussichtlich wird in den nächsten zwei Wochen die Einmalbehandlung mit einem Fungizid nötig werden. Es gelten dieselben Fungizidempfehlungen wie für die Wintergerste, allerdings mit reduzierten Aufwandmengen. Auch hier gilt: kein Insektizid in der Spritzung, es sind derzeit keine Getreidehähnchen und auch keine Larven vorhanden.

Mais:

Die Ende April gesäten Bestände laufen jetzt auf. Die Herbizidmaßnahmen sind zu planen. Ziel ist es mit einer Maßnahme die Unkräuter und Ungräser zu regulieren. Vermutlich hat niemand im Vorauflauf ein Herbizid eingesetzt, weil die nötige Bodenfeuchte gefehlt hat. Das Blindstriegeln hätte in diesem Jahr gut durchgeführt werden können. In den Hochlagen könnte diese Maßnahme für den Mais der in den letzten Tagen erst in den Boden gekommen ist eine Alternative zur chemischen Unkraut/Ungraskontrolle sein. Auf schweren und humosen Böden in Verbindung mit Wirtschaftsdüngern kann mit einer Wirkungsminderung von Herbiziden die über die Wurzel wirken, ausgegangen werden. Tankmischungen sind in diesen Fällen von Vorteil. Boden- und Blattwirksame Herbizide sind zu kombinieren. Der Zusatz eines Bromoxynil-haltigen Herbizides wie z.Bsp. Buctril, B 235 oder andere verbreitert die Wirkung vor allem auf Zweikeimblättrige. Der Wirkstoff Flufenacet in Terano flüssig sollte zur Gräserbekämpfung in Mais nicht eingesetzt werden. Dieser Wirkstoff wird in getreidereichen Fruchtfolgen benötigt um drohende Herbizidresistenzen, vor allem beim Ackerfuchsschwanz, vermeiden zu können. Die Hirsen haben sich auch auf unseren Maisäckern im Zollernalbkreis eingefunden Die Hühner- und Borstenhirse ist als Samenungras zu finden. Mit Mischungsbeispielen wie, Spectrum + MaisTer power oder Elumis + Peak oder Stomp Aqua + Spectrum oder MaisTer power oder Activus SC + Arigo und anderen. Zu allen Mischungen gehört zur Vervollständigung noch ein Bromoxynil-haltiges Herbizid. Bei Problemen mit Ampfer, oft in Milchviehbetrieben, sollte Harmony SX beigemischt werden.

Der vorsorgliche Gewässerschutz in Baden-Württemberg rät von einer Anwendung mit Terbuthylazin-haltigen Herbiziden in Mais ab. Eine Anwendung des Wirkstoffes Terbuthylazin ist in allen Schutzzonen der Wasserschutzgebiete verboten.

Veranstaltungshinweise Felderbegehungen:

Ringingen am Dienstag, den 28.05. 2019 um 19.30 Uhr Treffpunkt am Friedhofsparkplatz.

Gutes Gelingen wünscht

Luise Lohrmann

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