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Warndiesnt Nr. 9-2019

Datum: 05.06.2019

Sehr geehrte Damen und Herren!

Es ist Sommer! Die Temperaturen sind über das vergangene Wochenende sehr stark nach oben gesprungen. Die Wärme tut den Maispflanzen ausgesprochen gut. Es können vereinzelt Gewitter in den nächsten Tagen möglich sein. In den Getreidebeständen führt die starke Sonneneinstrahlung oft zu Sonnenbrand. Vermehrt häufen sich die Meldungen über Verzwergungsviren im Wintergetreide. Die Zwergzikade hat im Herbst bei Wintergerste und Winterweizen die im September oder in der ersten Oktoberhälfte gesät wurden, ordentlich zugeschlagen.

Winterweizen, Dinkel:

Die vergangenen niederschlagsreichen Tage haben die Infektionen in den Winterweizen- und Dinkelbeständen gesetzt. Zudem beeinflusst die Sorte, die Vorfrucht und die Bodenbearbeitung nachhaltig das Infektionsgeschehen. In den unteren Lagen ist früh entwickelter Weizen Mitte Ährenschieben, ES 55. In den mittleren Lagen ist das Fahnenblatt voll entwickelt und die Ähre bricht durch die Blattscheide, das ist ES 49. Vereinzelt finden sich jetzt Septoriaflecken auf den Blättern. In den oberen Lagen schiebt sich das Fahnenblatt aus der Blattscheide, wir haben somit ES 37. Durch eine Einmalbehandlung können die pilzlichen Infektionen unter Kontrolle gebracht werden. Eine langanhaltende Dauerwirkung gegen pilzliche Schaderreger haben die Carboxamide. Dazu zählen Adexar, Ascra XPro, Ceriax, Elatus Era, Seguris und andere. Das Zumischen des Kontaktwirkstoffes Chlorthalonil oder das Ausbringen von fertigen Mischungen zur Einmalbehandlung ist ratsam. Chlorthalonil ist in Amistar Opti und Zakeo Opti enthalten.

Eine gezielte Fusarienbehandlung kann zur Blüte des Getreides erfolgen. Dies ist in der Regel nur bei Maisvorfrucht oder Weizen nach Weizen notwendig. Mit Osiris, Prosaro, Input classic Folicur, Ampera, Soleil oder Ceralo sollte vor oder nach gefallenen Niederschlägen in der Vollblüte des Getreides eine Spritzung gefahren werden.

Vereinzelt sind Getreidehähnchen, deren Eigelege und Maden an den Getreideblättern zu finden. Nirgends ist jedoch eine Schadschwelle überschritten. Eine Insektizidanwendung zur Abschlussbehandlung in Getreide ist fachlich nicht begründet.

Die Qualitätsdüngung zu Winterweizen kann jetzt fallen. Entscheidend für die Qualitätsdüngung ist die angebaute Sorte und die damit verbundene Eigenschaft der Eiweißbildung. Die Düngebedarfsermittlung liefert die zu düngende Stickstoffmenge. Bitte halten Sie sich an diese Mengen. Das trockene Frühjahr hat auf vielen Weizenflächen eine Manganunterversorgung sichtbar gemacht. Mit der Abschlussbehandlung könnte mit einem flüssigen Mikronährstoffdünger die Pflanze nochmals versorgt werden. Die Aufnahme der Pflanze mit Mangan, Zink und Kupfer erreicht mit dem Ährenschieben den Höhepunkt. Sind Mangelstandorte bekannt, so empfiehlt sich eine Mikronährstoffgabe.

Wintergerste:

Gerstenflugbrand war seit Jahren keine Krankheit mehr, die in den Wintergerstenbeständen aufgetreten ist. In diesem Jahr ist verstärkt Gerstenflugbrand zu finden. Auf diesen Flächen ist ein Nachbau der Gerste nicht anzuraten, weil der Gerstenflugbrand hauptsächlich durch das Getreidekorn übertragen wird.

Sommergetreide:

Früh gesäte Sommergersten schieben jetzt auch in den Hochlagen das letzte Blatt. In den nächsten Tagen kann die Einmalbehandlung mit einem Fungizid gefahren werden. Es gelten dieselben Fungizidempfehlungen wie für die Wintergerste, allerdings mit reduzierten Aufwandmengen. Auch hier gilt: Kein Insektizid in der Spritzung, die Schadschwellen sind für die Getreidehähnchen und deren Larven nicht erreicht.

Mais:

Die Wachsschicht der Maispflanzen hat sich in den vergangenen Tagen sehr gut stabilisiert. Die Herbizidmaßnahmen sollten, wenn nicht schon geschehen, durchgeführt werden. Je weniger Blattmasse der kleine Mais vorzuweisen hat, desto geringer ist die Wirkstoffaufnahme der Maispflanzen und die Herbizidbehandlung für den Mais weniger belastend. Bitte nicht in der prallen Mittagshitze die Spritzung durchführen. Die Wirkstoffe verflüchtigen sich und landen nicht dort, wo sie  bestimmt sind. Die Abendstunden sind besser geeignet. In der Regel ist es windstill, etwas kühler und die Luftfeuchtgkeit ist höher.

Gutes Gelingen wünscht

Luise Lohrmann

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